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Vier Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren aus einer Enzkreis-Gemeinde saßen in diesem VW Passat, der zwischen Heimsheim und Friolzheim von der Straße abkam und gegen zwei Bäume prallte. Der Unfall forderte ein Todesopfer. © Seibel
02.03.2011

Bilanz: Fünf von zwölf Verkehrstoten sind Motorradfahrer

PFORZHEIM/ENZKREIS. Insgesamt verzeichnete die Polizei für Pforzheim und den Enzkreis im vergangenen Jahr rund 8500 Unfälle – ein Prozent mehr als im Vorjahr (bei 1,65 Prozent mehr Neuzulassungen). Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, genauso viele wie 2009. Fünf der ein Dutzend Toten waren Motorradfahrer. In den vergangenen fünf Jahren lag der Schnitt bei elf Verkehrstoten. Zum Vergleich: In den 80er-Jahren lag der Schnitt bei 37 Toten, in den 60er-Jahren bei 60 Toten.

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Die Hauptunfallursachen sind nach Zahlen die Rubrik „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Ausfahren“, „Vorfahrt und Vorrang“ und „Geschwindigkeit“. Tempo ist allerdings die folgenschwerste aller Unfallursachen: bei fünf von zwölf Unfällen mit tödlichem Ausgang, bei knapp 30 Prozent Schwerverletzten und 22 Prozent der Leichtverletzten.

Auf der Autobahn zwischen Karlsbad und Heimsheim ereigneten sich 138 Unfälle mit Personenschäden – so wenig wie nie in den vergangenen zehn Jahren. Im Zehn-Jahres-Zeitraum nahmen sie um 37 Prozent ab – wohingegen die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge um 21 Prozent von 67.700 auf 81.500 Fahrzeuge anstieg.

Die nach wie vor größte Risikogruppe sind junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Sie machen acht Prozent der Gesamtbevölkerung aus – verursachten aber 14 Prozent aller Unfälle, stellten ein Viertel aller alkoholisierten Unfallverursacher und mehr als die Hälfte der Unfallverursacher unter Drogeneinfluss. Sie waren schuld an vier der zwölf tödlichen Unfälle. In zwei davon war zu hohe Geschwindigkeit die Ursache.

Die Polizei versucht, mit dem Projekt „Schutzengel“ gegenzusteuern, dass so erfolgreich ist, dass auch in der Bundeshauptstadt Berlin ein ähnliches Projekt auf der Pforzheimer Vorlage erprobt wird. Junge Frauen trainieren unter Anleitung, wie sie ihre männlichen Begleiter abhalten können, nach Disko-Besuchen sich berauscht ans Steuer zu setzen. Mittlerweile wurden 1038 „Schutzengel“ zertifiziert.

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