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2014 lebten 788 Menschen in 430 Kirchenasylen. Was im Mittelalter Menschen vor Verfolgung schützte, wird heute dazu genützt, Flüchtlinge vor einer möglicherweise ungerechtfertigt harten Ausweisung zu schützen.
2014 lebten 788 Menschen in 430 Kirchenasylen. Was im Mittelalter Menschen vor Verfolgung schützte, wird heute dazu genützt, Flüchtlinge vor einer möglicherweise ungerechtfertigt harten Ausweisung zu schützen. © Symbolbild: dpa
19.11.2015

Bischof, Synode und Stadträte verteidigen Kirchenasyl in Büchenbronn

Die badische Landeskirche verteidigt das Kirchenasyl für einen yezidischen Flüchtling in Büchenbronn. „Das Kirchenasyl findet nicht in einem rechtsfreien Raum statt und stellt den Rechtsstaat nicht infrage“, sagte Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh gestern vor dem Landeskirchenrat in Karlsruhe. Stadtsynode und Teile des Gemeinderats äußern sich ähnlich.

Pforzheim/Karlsruhe.Hintergrund ist die Kritik des FDP-Fraktionsvorsitzenden im Landtag und Stadtrat Hans-Ulrich Rülke sowie des CDU-Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des Europaausschusses, Gunther Krichbaum, an der Aufnahme eines yezidischen Flüchtlings aus dem Irak in Büchenbronn.

Das Kirchenasyl sei die letzte Möglichkeit, einem Flüchtling beizustehen, wenn ihm bei seiner Abschiebung Menschenrechtsverletzungen oder ganz besondere Härten drohten, sagte der Landesbischof: Die Pfarrgemeinde und die Leitung des Kirchenbezirkes hätten sehr sorgfältig abgewogen, als sie in diesem speziellen Einzelfall Kirchenasyl gewährt haben. Die Landeskirche stehe bei den seltenen Fällen von Kirchenasyl in Kontakt mit staatlichen Stellen.

Cornelius-Bundschuh wies darauf hin, dass der 22-Jährige wegen einer Verletzung eine besondere medizinische Behandlung brauche. Auch sei er bereits integriert, seine engsten Familienangehörigen lebten in Pforzheim. „Da wäre es äußerst fraglich, ihn aus diesem Umfeld herauszureißen.“

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