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Zachura Aksoy (links) und Anne Einsiedler (rechts) erklären PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich (Mitte) an ihren Hunden Bendix und Trinity, worauf es im Ernstfall ankommt, um ein Hundeleben zu retten.
Zachura Aksoy (links) und Anne Einsiedler (rechts) erklären PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich (Mitte) an ihren Hunden Bendix und Trinity, worauf es im Ernstfall ankommt, um ein Hundeleben zu retten.
08.07.2011

Blaulicht-TV: Leben in Hundeschnauzen blasen

Blaulicht-TV zeigt, wie Hunde durch Erste Hilfe gerettet werden können.PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich versucht sich in Mund-zu-Nase-Beatmung.

Regungslos liegt Bendix auf dem Tisch. Seinen Kopf ziert ein dunkelgrüner Verband. Der sechsjährige Hund ist ganz still. Da hilft nur noch eines: eine Mund-zu-Nase-Beatmung. Langsam nähere ich mich der nassen Schnauze von Bendix. Und je näher ich komme, desto intensiver wird der typische Geruch nach Hund. Mein Mund ist nur noch wenige Millimeter von seiner Nase entfernt, als ich erkennen muss: Das ist nichts für mich. Das überlasse ich lieber den Hundehaltern. Dass diese mit einer Mund-zu-Nase-Beatmung bei ihrem eigenen Tier überhaupt keine Probleme haben, erklärt Anne Einsiedler. Mit Zachura Aksoy und Sandra Dürr leitet sie beim DRK Pforzheim einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde. 15 Teilnehmer sind gekommen, um zu lernen, wie sie ihrem Tier im Ernstfall helfen können.

Es gibt klassische Notfälle, in die die Vierbeiner immer wieder geraten: „Es kommt häufig vor, dass Hunde durch Glasscherben rennen und sich die Pfoten verletzen. Oder dass sie sich mit Artgenossen streiten und dabei in die Ohren beißen“, erklärt Anne Einsiedler. Dann sollte der Hundehalter wissen, was er tun kann. „Bei einem Pfotenverband ist es wichtig, die Zehenzwischenräume mit wasserfester Watte gut abzupolstern, um Entzündungen vorzubeugen“, sagt sie.

Bei einem Kopfverband, den der Hundehalter bei einem verletzten Ohr anlegen sollte, sei es wichtig, dass der Verband nicht zu eng sitzt, damit der Hund noch ausreichend Luft bekommt.

Bei allen diesen Maßnahmen gilt laut Anne Einsiedler: Üben, bevor es zum Ernstfall kommt. Denn nur wenn der Hund weiß, wie es sich anfühlt, einen Verband angelegt zu bekommen, gerät er im Ernstfall nicht plötzlich in Panik. „Generell ist es sehr wichtig, dass Hundebesitzer lernen, ihr Tier an vielen verschiedenen Stellen anzufassen“, erklärt die Hunde-Liebhaberin. Doch mit Verbänden ist es bei der Ersten Hilfe am Hund nicht getan: Wenn ein Tier zum Beispiel ertrunken ist, kann es laut Anne Einsiedler sinnvoll sein, es durch Mund-zu-Nase-Beatmung wieder zu beleben. Bei schweren inneren Verletzungen wie zum Beispiel nach Unfällen rät sie davon ab. Ganz wichtig ist laut Anne Einsiedler auch: „Der Mensch hat immer Vorrang.“