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Vom Modeberater bis zum Kfz-Mechaniker: Die Aufgaben der Berufsfeuerwehrleute sind vielseitig, wie sie PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich in der neuen Folge der Video-Sendung Blaulicht-TV auf PZ-news.de erklären. Armin Reisert, Alexander Müller, Thomas Geiß, Uwe Bender und Marco Mann (von links) bleibt da nicht viel Zeit fürs Kartenspielen.
Vom Modeberater bis zum Kfz-Mechaniker: Die Aufgaben der Berufsfeuerwehrleute sind vielseitig, wie sie PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich in der neuen Folge der Video-Sendung Blaulicht-TV auf PZ-news.de erklären. Armin Reisert, Alexander Müller, Thomas Geiß, Uwe Bender und Marco Mann (von links) bleibt da nicht viel Zeit fürs Kartenspielen. © Dietz
19.11.2010

Blaulicht-TV: Was tut die Feuerwehr, wenn`s nicht brennt?

Sie sitzen am Tisch, spielen Karten und trinken Bier: Mit diesen und anderen Vorurteilen haben die Berufsfeuerwehrleute oft zu kämpfen. Denn das Klischee, dass sie nur faulenzen und Spaß haben, wenn gerade nichts passiert, ist weit verbreitet. PZ-news.de blickt in der neuen Folge von Blaulicht-TV hinter die Türen der Pforzheimer Feuerwache und zeigt, was hier tatsächlich den ganzen Tag über geschieht – wenn gerade kein Einsatz läuft.

Über lange, dunkle Gänge erreicht man die Kleiderkammer im Keller der Pforzheimer Feuerwache. Es ist düster und eng, Regale und Kleiderständer werden durch dunkelbraune Vorhänge geschützt. Hier arbeitet Uwe Bender. Und zu ihm kommt jeder, der ein Problem mit seiner Ausrüstung hat. Vom Schuh bis zum Helm gibt es hier alles. „Nur die Unterwäsche, mit der haben wir nichts zu tun, um die muss sich jeder selbst kümmern“, sagt Bender und lacht.

Modeberater für Frauen

Ab und zu komme es schon mal vor, dass bei manchem Kollegen der Bauch dicker und die Hose enger werden. „Dann bekommt er hier eine neue Ausrüstung“, meint Bender. Bei Männern gebe es da keine Probleme, nur bei den Feuerwehrfrauen, die in Pforzheim etwa zehn Prozent der Einsatzkräfte ausmachen, sei es manchmal etwas schwierig. „Die muss ich beraten und beschwichtigen, wenn sie finden, dass die Uniformen unvorteilhaft geschnitten sind“, erzählt Bender – der übrigens kein studierter Modedesigner, sondern ein gelernter Landschaftsgärtner ist. Im ersten Stockwerk der Feuerwache liegen mehrere Büros für verschiedene Sachgebiete. Da ist zum einen die „vorbeugende Gefahrenabwehr“. Dahinter verbirgt sich eine wichtige Aufgabe der Feuerwehr: Nach dem Brandschutz in geplanten oder bestehenden Gebäuden oder auch bei Festen und Großveranstaltungen zu schauen. „Dabei begutachten wir auch Bauanträge“, erklärt Abteilungsleiterin Sabine Eberle. Auch „Einsatzvorbereitung“ und „Katastrophenschutz“ sind wichtige Aufgaben der Feuerwehr. Hier werden unter anderem Einsatzpläne für Objekte mit Brandmeldeanlagen erstellt. Ebenfalls große Bedeutung hat die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute.

Aus der kleinen Turnhalle im Obergeschoss dringt Musik. Mehrere Männer sitzen hier auf riesigen Gymnastikbällen und strecken abwechselnd Arme und Beine in die Luft. Zweimal in der Woche steht in der Feuerwache Dienstsport auf dem Programm – damit die Einsatzkräfte auch fit bleiben. 80 Einsatzbeamte gibt es momentan bei der Pforzheimer Berufsfeuerwehr, dazu kommen noch zehn Mitarbeiter in der Verwaltung und im Bereich Technische Dienste. An Werktagen sind tagsüber 23 Beamte auf der Wache, nachts sind es 13. Und ganz egal, wo die Feuerwehrleute gerade sind – ob im Büro, in der Kleiderkammer, in der Werkstatt oder beim Dienstsport – wenn der Alarm los geht, lassen sie alles stehen und liegen und rennen los.

Karten spielen ohne Bier

Den Tisch zum Kartenspielen gibt es in der Feuerwache in Pforzheim übrigens tatsächlich. Denn hier im Aufenthaltsraum können die Feuerwehrleute abends zusammensitzen, wenn sie Bereitschaft haben, gemeinsam kochen und essen und dann tatsächlich auch mal Karten spielen. Nur die Sache mit dem Bier ist tatsächlich erfunden: Selbst für die Dreharbeiten von PZ-news.de hat sich in der Feuerwache keine Bierflasche gefunden. Carolin Ulbrich