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Durch Piepsen und rote Fenster am Bildschirm werden die Disponeten in der Feuerwehrleitstelle auf Notrufe aufmerksam gemacht, wie Armin Reisert PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich und Mediengestalter Marc Dietz (von rechts) erklärt.
Durch Piepsen und rote Fenster am Bildschirm werden die Disponeten in der Feuerwehrleitstelle auf Notrufe aufmerksam gemacht, wie Armin Reisert PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich und Mediengestalter Marc Dietz (von rechts) erklärt.
20.01.2012

Blaulicht-TV: Zwischen Notruf und Fehlalarm

Blaulicht-TV zeigt, wie in der Feuerwehrleitstelle gearbeitet wird. Viele kuriose Anrufe von verwirrten Menschen zu bearbeiten.

Es piepst immer lauter und schneller. Immer wieder öffnen sich neue rote Fenster auf den vier Bildschirmen. Und das Gefühl, der Lage nicht mehr Herr zu sein, wächst mit jedem Anruf, der noch dazu kommt. Ich sitze in der Leitstelle der Pforzheimer Feuerwehr und schaue zu, wie ein Notruf nach dem anderen hier eingeht. Und die Feuerwehrleute stellen mich mit immer weiteren Anrufen von ihren Handys aus auf die Probe.

Dicke Nerven benötigt

„Wenn man hier arbeitet, braucht man vor allem dicke Nerven“, sagt Thomas Häffelin von der Pforzheimer Feuerwehr. Denn auch wenn es manchmal ruhig ist, kann es sein, dass zum Beispiel bei einem Großschadensereignis gleich viele Anrufe parallel eingehen, so dass von außen ziemlich viel Stress auf einen einwirke. „Wir müssen immer einen kühlen Kopf bewahren, um richtig auf die Leute eingehen zu können“, sagt er. Denn manchmal seien die Menschen so aufgeregt oder sprechen die deutsche Sprache nicht, so dass der Disponet durch die Hintergrundgeräusche mehr heraus bekomme als durch den eigentlichen Anruf. 16 Notrufleitungen, darunter acht fürs Pforzheimer Stadtgebiet und acht für den Enzkreis, laufen in der Leitstelle der Pforzheimer Feuerwehr in der Hauptwache in der Habermehlstraße ein. Und dennoch kann es bei Großschadensereignissen wie schweren Unwettern auch mal vorkommen, dass alle diese Leitungen kurzfristig belegt sind. Wenn ein Anruf in der Leitstelle eingeht, werden zunächst alle wichtigen Daten abgefragt und in den Leitstellenrechner eingegeben. Dann wird parallel entweder der Wachalarm ausgelöst, der dafür sorgt, dass die Pforzheimer Feuerwehr ausrückt, oder es wird die betreffende Enzkreis-Feuerwehr per Funk über den Alarm informiert. Betrifft der Notruf die Feuerwehr nicht, wird er über eine Direktleitung an DRK oder Polizei weitergegeben. Doch nicht jeder der etwa 80000 Anrufe, die jedes Jahr in der Leitstelle eingehen, endet in einem Einsatz.

Nicht nur Notrufe

„Bei uns gibt es auch viele kuriose Anrufe, zum Beispiel von einer verwirrten Fraus, die uns von schwarzen Gestalten auf einem Berg berichtet oder von einem Mann aus Pforzheim, der behauptet, von Außerirdischen mit Laserwaffen beschossen zu werden“, sagt Leitstellenleiter Armin Reisert. Und manchmal rufe auch jemand an, um der Feuerwehr eine gute Nacht zu wünschen.

Erst vor wenigen Wochen hat die Leitstelle einen neuen Rechner bekommen. Der soll auch in der neuen, integrierten Leitstelle zum Einsatz kommen, die Anfang 2013 eröffnet werden soll. Dort sollen dann Feuerwehr, DRK und Katastrophenschutz direkt zusammenarbeiten.

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