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Von der richtigen Kontrolle der Geräte in der Atemschutzwerkstatt kann im 

Ernstfall das Leben der Einsatzkräfte abhängen, wie Stefan Schmidt (rechts) 

PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich erklärt.
Von der richtigen Kontrolle der Geräte in der Atemschutzwerkstatt kann im Ernstfall das Leben der Einsatzkräfte abhängen, wie Stefan Schmidt (rechts) PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich erklärt. © Seibel
29.04.2011

Blaulicht-TV bei Feuerwehr: Wie Putzen Leben rettet

Ein Wohnhaus steht in Flammen. Rauch quillt aus den zerborstenen Fenstern. Die Feuerwehrleute bekommen die Meldung, dass eine Person in dem brennenden Gebäude vermisst wird. Die Männer müssen mit Atemschutzgeräten in die Feuerhölle. Es muss schnell gehen. Und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Atemschutzgerät auch wirklich funktioniert.

Dass es das auch wirklich tut, dafür sorgen Feuerwehrleute wie Stefan Schmidt in der Pforzheimer Feuerwache. „Unsere Arbeit ist sehr verantwortungsvoll, wir dürfen uns keine Fehler erlauben“, sagt er. Nach jedem Einsatz und jeder Übung, aber auch wenn die Geräte ein halbes Jahr lang nicht im Gebrauch gewesen sind, werden Flaschen, Schläuche und Masken kontrolliert. „Es handelt sich hierbei um eine sehr sensible Technik, und das Leben der Feuerwehrleute hängt davon ab, dass diese richtig funktioniert“, sagt Schmidt.

Doch nicht nur in der Atemschutzwerkstatt wird fleißig gearbeitet: Hinter den vielen Türen der Pforzheimer Feuerwache verbergen sich zahlreiche Werkstätten. Von der Schreinerei bis hin zur Kfz-Werkstatt ist hier alles zu finden. Sebastian Raudszus zum Beispiel ist zuständig für die Schläuche. In der Werkstatt überprüft er sie. Wenn sie undicht werden, flickt er entweder die Löcher oder schneidet das kaputte Stück ab, um den Schlauch anschließend wieder neu einzubinden. Anschließend werden die Schläuche gewaschen und mit Wasser vollgefüllt, um zu testen, ob sie auch wirklich dicht sind. Dann geht es hoch hinauf. Mit einem speziellen Gerät werden die meist 15 Meter langen Schläuche bis an die Decke des hohen Turms der Feuerwache gezogen und zum Trocknen aufgehängt. Damit die Einsatzkräfte im Notfall überhaupt alarmiert werden, überprüft Josef Ray immer wieder die Funkgeräte. Er sitzt vor zahlreichen Monitoren und das ständige Piepsen der Geräte erfüllt den Raum. „Vor allem die Funktion der Meldeempfänger muss kontrolliert werden, damit die Kollegen im Notfall angepiepst werden können“, sagt er.

Laut Jürgen Stutz, stellvertretender Leiter der Abteilung Technik/Gebäude, haben die meisten der Berufsfeuerwehrleute eine abgeschlossene Berufsausbildung, viele davon im handwerklichen Bereich. In allen Räumen der Pforzheimer Feuerwache wird gewerkelt. Fahrzeuge, die gerade vom Einsatz zurück kommen, stehen im Hof und werden gereinigt, die Geräte werden überprüft und die Fahrzeuge neu befüllt.

Eines haben all diese Arbeiten aber gemeinsam: Wenn der Alarm los geht, wird alles stehen und liegen gelassen und die Feuerwehrleute rennen los zum Einsatz. Und damit sie den Alarm nicht einfach überhören, wenn sie gerade in der Schreinerei an der Kreissäge stehen, dafür sorgt in der Pforzheimer Feuerwache laut Stutz eine ganz einfache Maßnahme: Der Strom wird bei einem Alarm sofort abgestellt. Carolin Ulbrich