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Blitzermarathon Fazit © dpa
19.09.2014

Blitzmarathon: Polizei in Karlsruhe zieht positive Bilanz

Karlsruhe/Pforzheim. 24 Stunden lang haben mehr als 140 Beamte des Polizeipräsidiums Karlsruhe seit Donnerstag zwischen Philippsburg und Nagold an über 100 Kontrollstellen die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer gemessen. Die Polizei zieht am Tag nach dem Blitzmarathon eine positive Bilanz.

Die Beanstandungsquote war demnach ähnlich wie im letzten Jahr, die Verkehrsteilnehmer seien durch die Vorankündigung wie geplant gewarnt gewesen. Teilweise waren laut Polizei Fahrzeugführer aus übermäßiger Vorsicht sogar so langsam unterwegs, dass sie unnötig den Verkehr behinderten. Auch hier mussten Verwarnungen ausgesprochen werden.

Insgesamt wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe 45.879 Fahrzeuge gemessen, dabei 1210 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt und damit eine niedrige Beanstandungsquote von 2,6 Prozent erreicht.

Die Beanstandungen reichten von sechs ausgesprochenen Fahrverboten über 110 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen und 1.096 Verwarnungen. Die höchste gemessene Geschwindigkeit mit 148 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wurde im Landkreis Karlsruhe durch die Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Karlsruhe festgestellt.

Erfreulicherweise waren keine Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss kontrolliert worden. Lediglich bei einer Person war eine Drogenbeeinflussung beanstandet worden. Darüber hinaus waren von den Ordnungshütern zwei Handyverstöße und 22 Fälle von Gurt- und Helmpflichtverstößen beanstandet worden.

Im Stadtgebiet Pforzheim gab es 89 Beanstandungen von 1610 gemessenen Fahrzeugen und einer höchsten Geschwindigkeitsmessung von 73 Km/h bei erlaubten 50 km/h. Im Enzkreis gab es 200 Beanstandungen, insgesamt wurden 3106 Fahrzeuge gemessen. Die höchste Geschwindigkeit lag bei 56 km/h bei erlaubten 30 km/h.

In Calw gab es 71 Beanstandungen von 1.631 gemessenen Fahrzeugen und einer höchsten Geschwindigkeitsmessung von 73 km/h bei erlaubten 50 km/h.

Bei der bundesweiten Großaktion, die am Donnerstagmorgen startete, waren mehr als 2000 Polizisten in Baden-Württemberg im Einsatz - in Deutschland insgesamt mehr als 13 000. Trotz Ankündigung sind im Südwesten mehrere Tausend Raser von den Beamten erwischt worden.

Bildergalerie: Blitzermarathon in der Region

Mit der Aktion wollte die Polizei auf die hohe Zahl an Verkehrstoten aufmerksam machen. «Alle sieben Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch bei einem Raserunfall», sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD). Wer rase, riskiere nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das anderer Menschen. Der Blitzmarathon solle wachrütteln.

Bei einer Zwischenbilanz am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei dem Innenministerium zufolge bereits 5000 Fahrer geblitzt. Spitzenreiter war ein Fahrer in Reutlingen, der mit 238 statt der erlaubten 100 km/h unterwegs war.

Ob sich die Aktion nachhaltig gelohnt hat, ist umstritten. Der Autoclub ACE in Stuttgart befürwortet laut einem Sprecher den Blitz-Marathon, plädierte aber dafür, dass Bußgelder der Polizei zugute kommen sollten. «Solche Aktivitäten (wie der Blitz-Marathon) müssen kontinuierlich betrieben werden», damit sich das Fahrverhalten auf den Straßen nachhaltig ändere, sagte ein Sprecher.

Im zweiten Jahr in Folge haben Polizisten an 1135 Stellen in Baden-Württemberg Raser mit Laserpistolen und mobilen Radargeräten geblitzt. 2013 waren mehr als 16 000 Temposünder erwischt worden.

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