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Delaborierer vom Landeskriminalamt in Stuttgart haben sich einem vermeintlichen Bombenfund in einem Haus an der Ebersteinstraße angenommen - und keinen Sprengstoff gefunden. © Seibel
06.03.2014

Bombenalarm in der Nordstadt: Attrappe in Haus gefunden

Staunende Gesichter bei Anwohnern und Passanten über das Blaulicht an der Eberstein- und Güterstraße. Der Fund eines bombenähnlichen Gegenstands in einer Wohnung im Haus Ebersteinstraße 6 hat die Polizei und die Delaborierer vom Landeskriminalamt in Stuttgart auf Trab gehalten.

Bildergalerie: Bombenwarnung in der Pforzheimer Nordstadt

Der Hausmeister hatte am Mittwochabend in einer leeren Wohnung nach dem Rechten sehen wollen, konnte aber nicht hinein, da die Tür von innen zugehalten wurde. Aus der Wohnung hörte er auch noch das Bellen eines Hundes. Am Donnerstagmorgen dann betraten der Hausmeister und Polizisten gemeinsam die Wohnung. Was sie sofort in Alarmbereitschaft versetzte, war ein Gegenstrand, der aussah wie eine Bombe.

Ein zylinderförmiger, flaschenähnlicher, etwa 35 Zentimeter hoher Gegenstand stand in einem Raum, umwickelt mit Klebeband und Kupferdraht. Weitere Drähte sollen aus dem Objekt herausgeragt haben. Die Polizisten fotografierten den verdächtigen Gegenstand und schickten die Bilder zu den Sprengstoffexperten im Landeskriminalamt in Stuttgart. Die Delaborier haben sich darauf hin entschlossen, nach Pforzheim zu eilen, um die Bombenattrappe zu untersuchen.

Kurz nach 10 Uhr waren die LKA-Experten vor Ort. Nachdem sie das Objekt geröntgt hatten, konnten sie Entwarnung geben. In der Flasche war nur Sand und die Verdrahtung hatte scheinbar keine Funktionalität.

Eine Anwohnerin, die sich bei PZ-news gemeldet hatte, war schon früh am Morgen unterwegs und hatte über das Blaulicht vor einem Lokal an der Ebersteinstraße gewundert. Dort habe auch nicht wie sonst ein Hund davor gelegen. Später sei dann noch mehr Polizei gekommen, aber es habe keine große Aufregung gegeben.

Auf Anfrage von PZ-news bestätigte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes, das unweit des vermeintlichen Bombenfunds an der Kronprinzenstraße sein Hauptquartier hat, dass das DRK gegen 9.30 Uhr die Mitarbeiter über die Bereitschaft informiert habe. Sicherheitshalber habe man die Rollläden an den Fenstern heruntergelassen, um so Folgeschäden der Druckwelle einer möglichen Detonation zu mindern. Die Polizei ließ das Haus weiträumig absperren, hatte jedoch noch nicht zur Evakuierung aufgerufen.

Jetzt sucht die Polizei natürlich nach dem Bastler dieser Bombenattrappe. Ob es nähere Hinweise zu dieser Person oder gar Spuren zu extremistischen, terroristischen Kreisen gibt, ist im Augenblick noch nicht bekannt. Ebenso unklar ist, ob es sich bei dem explosiv anmutenden Gegenstand um eine gezielte Provokation der Polizei gehandelt hat.