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Blacky Fuchsberger war am 16. April 1977 mit seiner TV-Show zu Gast in der Pforzheimer Jahnhalle. Mittendrin war auch PZ-Fotoredakteur Gerhard Ketterl. Und er war wohl der Einzige, der gewusst hatte, dass kurz zuvor eine Bombendrohung bei der Polizei eingegangen war. Er erldigte seine Arbeit "mit mulmigem Gefühl". © Ketterl/PZ-Archiv/Dietz
Fotografisches PZ-Urgestein: Gerhard Ketterl hat aus dem Archiv seine ersten PZ-Fotos herausgesucht. Martina Künstner und Corinna Kirsch waren seine ersten Models. Ein paar Jahre später stand er mit der Kamera der TV-Legende Joachim Fuchsberger gegenüber.   © Lorch-Gerstenmaier
11.09.2014

Bombendrohung, Supershow: Blacky Fuchsberger 1977 in Pforzheim

PZ-Fotoredakteur Gerhard Ketterl hat Urlaub. Und weil das schlechte Wetter gerade nicht zur Gartenarbeit taugt, hat er im Internet gesurft und auf PZ-news vom Tod von Blacky Fuchsberger gelesen. Dann war es zunächst einmal vorbei mit dem Urlaub. Ketterl recherchierte im Zeitungsarchiv auf PZ-news nach einem Fuchsberger-Auftritt vor 37 Jahren in Pforzheim, bei dem er in der Jahnhalle fotografierte und zufällig einer Bombendrohung auf die Spur kam.

Hier den Blacky-Fuchsberger-Artikel
aus der Pforzheimer Zeitung
vom 18. April 1977 herunterladen.

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„Millionen Bundesbürger, fern und nah, die am Samstagabend vor häuslichen Flimmerkisten hockten, hatten mal wieder Spaß an der Freud' - bei Joachim „Blacky" Fuchsbergers lockerem Ratespiel „Auf los geht's los".“ Das stand am 18. April 1977 in der „Pforzheimer Zeitung“. Nachzulesen in der PDF-Datei, die PZ-Abonnenten kostenlos im PZ-Archiv finden und die PZ-news heute kostenlos zum Download anbietet. Die Live-Übertragung lockte die Massen an die Fernseher – am Veranstaltungsort in der Pforzheimer Jahnhalle konnten aber nur 300 Menschen dem beliebten Showmaster ganz nahe sein. Aber fast wäre das TV-Spektakel mit Stargast Caterina Valente und „Fernsehaffe Charly“ von niemand zu sehen gewesen.

Bildergalerie: Joachim Fuchsberger ist gestorben

Eine anonyme Anruferin hatte sich bei der Polizei gemeldet, etwas von der Terroristenorganisation „RAF“ gefaselt und dann vor einer Bombe in der Jahnhalle gewarnt. Das waren genug Signalworte für einen Großeinsatz der Rettungskräfte.

Während Ketterl in der Jahnhalle schon lange vor Showbeginn aktiv war, um auch hinter den Kulissen fotografieren zu können, während Fuchsberger noch mit Vorbereitungen und dem Lampenfieber beschäftigt war, während die Kamerateams, Tontechniker und Regisseur Dieter Pröttel noch die letzten Einstellungen probten, erblickte Ketterl aufflackerndes Blaulicht hinter den Fenstern der Jahnhalle. Und weil der PZ-Fotoredakteur schon damals ein Opfer seiner Berufskrankheit – der Neugier – war, stahl er sich heimlich aus dem ganzen Showbühnenchaos in der Jahnhalle davon, eilte zum hinteren Sportlerausgang hinaus und landete fast direkt in den Armen des damaligen Feuerwehrkommandanten Wolfgang Haag.

„Kein Wort!“, befahl Haag und fixierte Ketterl mit entsprechend ernster Miene. Dann erfuhr der PZ-Fotoredakteur von der Bombendrohung. Polizisten mit Sprengstoff-Spürhunden hatten die Jahnhalle durchsucht und nichts gefunden. Aber niemand hatte davon erfahren. Kein Blacky Fuchsberger, kein Dieter Pröttel, keiner der 300 Zuschauer, die schon lange vor dem Einlass zur Jahnhalle strömten. Nur eben Ketterl. Und der war, was für einen Jorunalisten nicht einfach auszuhalten ist, zum Schweigen verdonnert.

Die Feuerwehr, so Ketterl, „ließ die Sendung in Rücksprache mit den Verantwortlichen weiterlaufen. Und ich in der Halle hatte richtig Schiss.“ Er musste „mit einem mulmigen Gefühl“ ganz normal weiterarbeiten. Fotos machen von der Show, von den Stars, vom Publikum – und dabei konnte er den Gedanken an die Bombe nicht verdrängen.

Die Show lief super. Die 300 Zuschauer waren begeistert. Es gab nicht eine Panne. „Die Stars des Abends „gaben dem Affen Zucker". Sie boten den Gästen vom Besten an, was die TV-Schlemmertafel zu bieten hat“, lobte PZ-Redakteur Wolfgang Mark vor 37 Jahren. Gut, dass die Show stattfand, denn so hatte die damals 16-jährige Realschülerin und angehende Augenarzt-Sprechstundenhilfe Rosi Sommer aus Pforzheim ihren großen Auftritt als Fuchsberger-Assistentin. „Rosi, so symphatisch und charmant sie – hoffentlich - bleiben wird, war Pforzheims Publikumsliebling - für einen Abend“, schrieb Mark damals.

Wer hinter der anonymen Bombendrohung stand, wurde nie geklärt. Gut möglich, dass da eine Frau ohne Eintrittskarte neidisch auf jemand war, der ein Ticket ergattern konnte. Dieses Gerücht machte damals die Runde. Ketterl hat den „bombigen Abend“ in der Jahnhalle ohne Schaden überstanden und seither als PZ-Fotograf noch öfter mit Bombendrohungen und Bombenfunden zu tun gehabt.

Hier Klicken: Infos zu Leben und Tod von Joachim Fuchsberger.