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Brandmeldealarm im Sparkassenturm.
Brandmeldealarm im Sparkassenturm © Pia Satinsky
03.07.2013

Brandmelder: Fehlalarme und verhinderte Katastrophen

Pforzheim. Dichter Rauch dringt aus dem Sparkassenturm, die Feuerwehr rückt mit einem Großaufgebot an und evakuiert die zahlreichen Mitarbeiter. Und das alles mitten in der Pforzheimer Innenstadt, wo zahlreiche Passanten und Schaulustige die Arbeiten behindern. Passiert ist das natürlich nicht – aber jedes Mal, wenn wie vor einigen Tagen ein Brandmelder der Sparkasse auslöst, müssen die Einsatzkräfte mit genau diesem Szenario rechnen.

„Als Feuerwehrmann nimmt man jeden Einsatz ernst, auch wenn er von einer Brandmeldeanlage kommt“, sagt Ralf Zimmermann von der Pforzheimer Feuerwehr. Allerdings sei man schon etwas entspannter, als wenn zuvor zahlreiche Anrufer einen Großbrand gemeldet haben.

„Rund 200 Objekte sind in Pforzheim mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet“, sagt Zimmermann. Und da die Anlagen immer intelligenter werden, sei auch die Zahl der Fehlalarme in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. So könnten manche Anlagen beispielsweise Zigarettenrauch erkennen und würden dann nicht mehr auslösen.

Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die Feuerwehr umsonst anrückt – wie beispielsweise am 26. Juni. Da hatte um 9.55 Uhr ein Brandmelder im Sparkassenturm ausgelöst. „Auf einer Terrasse wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt, der Rauch drang durch den Wind von außen in den Sparkassenturm ein und löste den Alarm aus“, erklärt Zimmermann.

Die Kosten für Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen muss nach Angaben der Feuerwehr der Objektinhaber bezahlen. „Das wird im Viertelstundentakt abgerechnet“, erklärt der Feuerwehrmann. „Wenn die Mitarbeiter in den Gebäuden selbst erkunden können, warum die Anlage ausgelöst hat, und wir wieder umdrehen können, ist es natürlich billiger, als wenn wir anfahren und selbst ins Gebäude rein gehen.“

Zu den Gebäuden, die mit Brandmeldeanlagen ausgestattet sind, zählen zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegeheime, Betriebe mit gefährlichen Stoffen, Kaufhäuser, große Versammlungsräume wie das CCP und Schulen. 307 Alarme, die von Brandmeldern ausgelöst werden, obwohl es nicht brannte, musste die Pforzheimer Feuerwehr im Jahr 2012 bearbeiten. In 90 bis 95 Prozent der Alarme stecke laut Zimmermann kein Brand dahinter.

Doch immer wieder können durch Brandmelder auch große Katastrophen verhindert werden. Wie an Ostern im vergangenen Jahr, als in der Pforzheimer Scheideanstalt Heimerle und Meule 100 Feuerwehrleute gegen eine Großbrand kämpften, der um 3.19 Uhr von einer automatischen Brandmeldeanlage gemeldet wurde.

Immer wieder rückt die Feuerwehr auch wegen kleineren Bränden an. Wie am Dienstag, als gegen 13.30 Uhr eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe an der Poststraße einen Großeinsatz verursacht hat. Ein Löschzug mit zehn Einsatzkräften rückte an, da Qualm aus einem Versorgungsschacht drang. „Es hätte auch ein Kellerbrand sein können“, sagt Zimmermann.

Zehn Einsatzkräfte und vier Fahrzeuge seien da sie kleinste Formation. „Man weiß einfach nicht, was einen am Einsatzort erwartet“, sagt Zimmermann. Deshalb rückten beispielsweise die Einsatzkräfte auch am 1. Juli mit einem Großaufgebot an, als gegen 13 Uhr Gasgeruch in der Pforzheimer Fußgängerzone gemeldet wurde. Der Gasgeruch entpuppte sich zwar schließlich als ein verstopfter Küchenabfluss.

„Im Zweifel bringt es aber nichts, wenn zwei Feuerwehrmänner zum Einsatzort fahren und dann merken, dass es einen großen Brand gibt“, sagt er. „Denn dann können sie auch nichts anderes mehr tun als um Hilfe zu schreien.“