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11.08.2009

Brandstifter schockt Eutingen

PFORZHEIM. Die Brandserie eskaliert: Gestern Morgen musste die Feuerwehr viermal ausrücken – immer nach Eutingen. Wieder war es jedesmal Brandstiftung. Insgesamt wurden in einer Woche zehn Brände gelegt.

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„Hört das denn nie auf?“ Es ist diese Mischung aus Verunsicherung, Angst und Wut, die sich Luft macht, spricht man mit Bewohnern der Pforzheimer Nordstadt – und nun auch im Osten Eutingens. Besonders nach dem gestrigen Morgen. Viermal brannte es – innerhalb von eineinhalb Stunden. Von halb fünf Uhr an ging es Schlag auf Schlag. Erst stand ein Auto in einer Garage an der Enzstraße in Flammen – wie Mitte vergangener Woche am Oberen Wingertweg. Zwei Anwohner zogen sich Rauchvergiftungen zu. Kaum war die Feuerwehr vor Ort, der nächste Alarm: Ein Müllcontainer am Rattachweg brannte. Beide Einsätze waren beendet – da ging erneut ein Notruf aus der Gartenstadt ein. Jetzt brannten zwei Motorräder und zwei Fahrräder unter einem Vorbau.

Noch nie erlebt

Es nahm kein Ende, denn noch während die Einsatzkräfte löschten, wurde ihnen über Funk ein schwelender Hühnerstall an der Hauptstraße gemeldet. Dort brannte wohl ein Schuppen, aber die Ausbreitung des Feuers auf den Hühnerstall wurde gerade noch verhindert. 45 Angehörige der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen-Abteilungen Eutingen, Haidach und Brötzingen-Weststadt waren im Einsatz.

Insgesamt entstand ein Schaden von rund 25 000 Euro. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Ralph Zimmermann, stellvertretender Kommandant der Gesamtfeuerwehr. Brandserien in Brötzingen beziehungsweise an der Östlichen zogen sich sporadisch über Wochen hin. Doch diese Häufung innerhalb weniger Tage – das ist auch Polizeichef Burkhard Metzger noch nicht passiert. Er hat die Ermittlungsgruppe „Brand“mit sechs Kriminalbeamten ins Leben gerufen.

Verdacht wird zur Gewissheit

Schon nach dem ersten Brand in der Nordstadt hatte die Polizei den Verdacht, dass jemand nachgeholfen haben könnte – was am Tag darauf, als erneut eine Garage brannte und zwei Autos verkohlten, zur Gewissheit wurde. In der Folge fuhren die Beamten verstärkt Streife. Seit gestern werden sie unterstützt von Kollegen der Bereitschaftspolizei. Zur Fahndung eingesetzt wurden zehn Autos – zivil und in Form von Streifenwagen.

Zusätzlich kreiste ein Hubschrauber über Eutingen. Eher im Verborgenen arbeitet eine Truppe, auf die es später einmal entscheidend ankommen wird, wenn es zum Prozess kommt: die Spurensicherung. Welchen Weg mag der Täter genommen haben? Wo hat er verwertbare Hautschuppen, Fingerabdrücke oder Fußspuren hinterlassen? Gibt es verwertbares DNA-Material? War Brandbeschleuniger im Spiel? Wurde etwas in der Umgebung weggeworfen?

Und über allem schwebt die Frage: Haben die Brände etwas miteinander zu tun? Wo ist die Verbindung zwischen der Garage in der Nordstadt und dem Hühnerstall in Eutingen?