Brandkeller
Ein zugemüllter Keller in einem Mehrfamilienhaus soll einen angetrunkenen 25-Jährigen so gestört haben, dass er ihn angezündet hat. Damit hat der Brandstifter das Leben von rund 40 Menschen gefährdet.

Brandstifter verhaftet - Täter stört sich an Müll im Keller

PFORZHEIM. Der Sperrmüll im Keller hat im Wortsinn für Zündstoff gesorgt: Ein 25-Jähriger gestand laut Polizei, das Feuer im Keller eines Mehrfamilien-Wohnhauses an der Pforzheimer Gymnasiumstraße verursacht zu haben, weil er sich an dem Unrat störte. Der soll seiner Ex-Partnerin gehört haben.

Wie die Polizei am Freitag bekannt gab, hat sie bereits am Donnerstag einen 25-jährigen Bewohner des Brandhauses verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht auf Mittwoch einen Kellerbrand in dem mehrgeschossigen Wohngebäude gelegt zu haben. Die Feuerwehr hatte rund 40 Bewohner des Hauses über Leitern retten müssen. Elf Menschen erlitten Rauchvergiftungen.

Kein Zusammenhang mit Disco-Brand

Ermittlungen der Kripo hatten zu dem 25-jährigen geführt, der die Tat gestanden hat. Wörtlich heißt es im Bericht der Polizei: „Er hat eingeräumt, an der Brandentwicklung im Keller beteiligt gewesen zu sein“. Als Motiv habe der Mann angegeben, mit der Lagerung von Sperrmüll im Keller nicht einverstanden gewesen zu sein. Zur Tatzeit sei er unter Alkoholeinwirkung gestanden. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund sei nicht gegeben, so die Polizei weiter.

„Auch kann definitiv ein Zusammenhang mit den Bränden in vergangener Zeit an der Pforzheimer Belfortstraße und einer Discothek im Industriegebiet Wilferdinger Höhe ausgeschlossen werden.“ Nach PZ-Informationen ist der Hintergrund der Tat offenbar im privaten Bereich zu suchen.

Der Mann wohne seit etwa einem halben Jahr in dem Haus, mittlerweile bei seiner Freundin. Seine Ex-Partnerin habe ebenfalls dort gewohnt. Bei dem angezündeten Keller habe es sich um den Keller seiner früheren Partnerin gehandelt.

Der Tatverdächtige sei, wie es aus Polizeikreisen hieß, mehrfach vorbestraft und unter anderem wegen einer früheren Brandstiftung verurteilt. Ein lautstarker Streit unmittelbar vor Ausbruch des Brandes habe mit den weiteren Geschehnissen nichts zu tun gehabt, wie mittlerweile festzustehen scheint.

In Tatnacht alkoholisiert

Der 25-Jährige war weiteren Hinweisen zufolge bereits in der Brandnacht aufgefallen, weil sich der erkennbar angetrunkene Mann einer Rettung über die Leitern der Feuerwehr widersetzt haben soll. Er sei bei dieser Gelegenheit von der Polizei zur Ordnung gerufen worden.

Unterdessen ist der verbrannte Müll immer noch nicht aus dem Keller entfernt worden. Auch konnten nicht alle Bewohner in das 14-Familien-Haus zurückkehren, Strom und Telefon sind in einigen Wohnungen und in der im Erdgeschoss befindlichen Autowerkstatt noch nicht geschaltet.

Zweiter Täter bei Belfortstraßen-Brand gesucht

Im Fall des Brandes an der Belfortstraße sucht die Polizei nach wie vor einen zweiten Tatbeteiligten neben dem bereits identifizierten, aber mit Brandverletzungen in einer Mannheimer Spezialklinik liegenden Hauptverdächtigen. Von dem zweiten mutmaßlichen Täter sollen Haare gefunden worden sein.