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© Symbolbild: dpa
21.10.2011

Brandstiftung: Mann in Psychiatrie eingewiesen

Pforzheim. Ein psychisch kranker Mann hatte im Februar 2010 für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei gesorgt, als er sich im Keller eines Hauses am Rande von Pforzheim wohl das Leben nehmen wollte. Am zweiten Verhandlungstag gegen ihn vor der Auswärtigen Großen Strafkammer wegen „schwerer Brandstiftung“ schilderten mehrere Polizeibeamte als Zeugen den dramatischen Einsatz.

Der aufgrund einer Trennung und wegen des Streits um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn völlig verzweifelte Mann hatte sich in einem Heizkeller verbarrikadiert. Er hatte Benzin bei sich, was er auch verschüttete und zu mehreren kleineren Bränden führte. Ein schneller Zugriff war nicht nur unumgänglich, um den Mann vor sich selbst zu schützen – mit einem Messer fügte er sich Verletzungen im Gesicht und an den Beinen zu – sondern auch um einen Brand zu verhindern. Die Häuser in der Nachbarschaft waren vorsorglich evakuiert worden.

„Die ganze Situation war sehr unsicher“, so eine Polizeibeamtin. Sie betonte aber – ebenso wie ihre am Einsatz beteiligten Kollegen – dass sich die Aggressionen des Mannes nicht gegen die Einsatzkräfte, sondern gegen sich selbst richteten. Die psychiatrische Gutachterin Eva Barnscheidt machte klar, dass der Angeklagte sich zum Tatzeitpunkt in einer schweren depressiven Phase befand, emotional extrem belastet und akut selbstmordgefährdet war. Er sei deshalb erheblich vermindert schuldfähig. So sah es am Ende auch das Gericht. Es verurteilte den Mann wegen „versuchter schwerer Brandstiftung“ zu einem Jahr und sechs Monaten und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Genau dies hatten auch Anklage und Verteidigung in ihren Plädoyers angeregt. „Es handelte sich bei dem Verfahren mehr um ein menschliches Drama, als um ein Verbrechen“, so der Vorsitzende Richter Hermann Meyer in seiner Urteilsbegründung. rw

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