Brandstiftung in Wohnhaus: Vor Gericht Geständnis widerrufen

PFORZHEIM. Bei der Polizei und der Haftrichterin hat ein 25-jähriger ehemaliger Rettungssanitäter gestanden, den Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Gymnasiumstraße 139 am 9. April begangen zu haben. Vor Gericht hatte er am Freitag zunächst jenes Geständnis widerrufen, um dann wenige Stunden später die Tat wieder zuzugeben.

Vor der Aussage bei der Haftrichterin habe ihm ein Polizist gedroht. Wenn er nicht zugebe, dass er der Brandstifter sei, sorge die Polizei dafür, dass er nie mehr einen Fuß in die Goldstadt setzen könne. Weiter behauptete der Angeklagte, Erster Staatsanwalt Christian Lorenz habe ihm bei der richterlichen Vernehmung ins Ohr geschrien.

Richterin Annette Beese als Zeugin und verschiedene Polizeibeamte schilderten einen gegenteiligen Verlauf der Vernehmungen. „Warum gestehen Sie bei der Polizei etwas, das Sie nicht getan haben, zumal mehrere andere Verfahren wegen eines Brandstiftungsverdachts gegen Sie, die Sie aber nicht eingeräumt hatten, eingestellt worden waren?“, fragte der Richter.

Am Nachmittag gestand der Angeklagte dann überraschend, die Tat doch begangen zu haben. Er habe in den falschen Angaben ein Hintertürchen für sich gesehen, sagte er.

Das Geständnis, das nach Ansicht von Richter Mayer gerade noch rechtzeitig kommt, um strafmildernd berücksichtigt werden zu können, führte dazu, dass mehr als 20 Zeugen wieder ausgeladen wurden.

Der Prozess wird am Freitag, 8. August, 9 Uhr fortgesetzt.