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Dem Vorsitzenden des Bürgervereins, Roland Wentzsch, ist dieErschütterung gebauso anzusehen wie Margarete Hosbach von der katholischen Kirchengemeinde, Wentzschs Vorgängerin Dietlinde Hess und Oana Krichbaum , Deutsch-Rumänische Gesellschaft (von links). Rechts Pfarrer Theodor Leonhard, der eine kurze Predigt hält. Foto: Ketterl
22.10.2015

Brandtragödie in Dillweißenstein: Großes Mitgefühl, unermessliche Trauer

Es sind bedrückte Mienen, in die sich Trauer und Fassungslosigkeit tief eingegraben haben. Unter einem grauen Oktoberhimmel versammeln sich am Donnerstag, zwei Tage nach der verheerenden Brandkatastrophe an der Hirsauer Straße, rund 50 Angehörige der vier Toten, Freunde, auch Nachbarn und Dillweißensteiner Bürger zu einer Gedenkstunde.

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Organisiert hat sie der Bürgerverein Dillweißenstein mit der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft. Erschüttert zeigt sich in einer kurzen Ansprache der Bürgervereinsvorsitzende Roland Wentzsch. Der evangelische Pfarrer Theodor Leonhard gesteht in seiner kurzen, ins Rumänische übersetzten Predigt, dass er auch keine Antwort auf die Frage „Warum“ geben könne angesichts des plötzlichen Todes von vier jungen Männern und bittet inständig darum, von Spekulationen abzulassen.

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Im Kreise der Trauernden steht auch der einzige Überlebende, der sich zum Zeitpunkt der Katastrophe im Dachgeschoss aufgehalten hatte. Der junge Rumäne hat die Hände in seiner ärmellosen Daunenjacke vergraben, die er über einem Kapuzenpulli zu einer Jogginghose trägt – die gleichen Kleider, die er in der Brandnacht angehabt hatte. Außer seinem Handy sind sie das Einzige, was dem 25-Jährigen geblieben ist. „Ich kann noch immer nicht glauben, was passiert ist und dass ich überlebt habe“, sagt er. Physisch gehe es ihm gut, er habe nur einige Schnittwunden am Fuß davongetragen. Psychisch hingegen fühle er sich überhaupt nicht wohl. Derzeit wohnt der junge Mann bei einem Freund, der ihn aufgenommen hat. Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft wird ihm die Fahrt nach München finanzieren, wo er auf der Botschaft vorläufige Papiere abholen kann, die zur Ausreise nötig sind. Dann will er erst einmal zurück in seine Heimat.

Einer der Toten hinterlässt in Rumänien eine schwangere Frau mit zwei kleinen Kindern, wie Oana Krichbaum berichtet. Die Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft betreut auch die Angehörigen der Opfer, die aus bitterarmen Gegenden des Landes stammen. Der Schwager der Witwe treffe noch am Abend ein, um die Formalitäten zu regeln und die Identifizierung seines Bruders durch einen DNA-Abgleich zu ermöglichen. Der Aufenthalt der Hinterbliebenen, die Behördengänge, das alles koste Geld. Alleine die Überführung der Leichen mehrere Tausend Euro.

Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft ruft über ihre Internetseite www.drg-pforzheim.de zu Spenden auf und bittet, Überweisungen mit dem Stichwort „Brandopfer“ zu kennzeichnen.

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