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Ein Großeinsatz bei einer Fahndung nach maskierten Kidnappern in der Pforzheimer Innenstadt hat zu einem schnellen und unblutigen Erfolg geführt. Die vermeintlichen Übeltäter hatten vor der Hochzeit nur die Braut entführt und ihren Scherz wohl etwas zu perfekt inszeniert.
Ein Großeinsatz bei einer Fahndung nach maskierten Kidnappern in der Pforzheimer Innenstadt hat zu einem schnellen und unblutigen Erfolg geführt. Die vermeintlichen Übeltäter hatten vor der Hochzeit nur die Braut entführt und ihren Scherz wohl etwas zu perfekt inszeniert. © Symbolbild: Seibel
26.08.2012

Braut entführt: Polizei stellt vermeintliche Kidnapper

Pforzheim. So sieht der Alptraum eines Polizisten aus: Drei mit Sturmhauben maskierte Personen dringen in ein Wohnhaus in der Pforzheimer Innenstadt ein. Vor dem Haus steht das Fluchtauto der Maskierten, in dem der Fahrer wartet. Kurz darauf zerren die Kidnapper eine Person aus dem Haus, der sie einen Sack über Kopf und Oberkörper gezogen haben. Diese Notruf-Meldung hat am Samstagnachmittag einen Großeinsatz der Pforzheimer Polizei provoziert. Doch dank einer rasch eingeleiteten Fahndung konnte die entführte Frau befreit werden – völlig unspektakulär, unblutig und letztlich auch überraschend.

Ein Anwohner hatte die Polizei über das Eindringen der Maskierten und die Entführung berichtet. Das Kidnapping-Spektakel muss wohl überzeugend echt und die Bösewichter richtig böse ausgesehen haben. Vor diesem Hintergrund löste die Polizei in Pforzheim eine sofortige Fahndung mit zahlreichen Streifenwagen nach dem flüchtigen Fahrzeug und den maskierten Tätern aus. Schließlich schien eine schwere Straftat im Raum zu stehen, und das Leben eines Entführungsopfers in Gefahr zu sein.

Nur wenige Minuten später wurde das Fluchtfahrzeug in der Innenstadt Pforzheim von der Polizei gestellt: Im Auto saßen die vermeintlichen Täter, auf dem Rücksitz wartete das vermeintliche Opfer, das immer noch den Sack über dem Kopf hatte, auf Befreiung, und daneben auf dem Rücksitz lag eine Schusswaffe. Dass es nicht zu einer wilden Schießerei kam, lag zum einen an den besonnenen Polizisten, zum anderen an den unechten Entführern, die sich widerstandslos in ihr Schicksal fügten.

Recht schnell stellte sich bei der Konfrontation von Polizei und vermeintlichen Kidnappern heraus, dass es sich um keine brutale, gefährliche Straftat, sondern lediglich um eine Brautentführung handelte.

„Die Waffe auf dem Rücksitz hätte besser nur an Silvester Verwendung gefunden“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Die Ermittlungsbehörde prüft nun, ob sie den schauspielernden Entführern den Polizeieinsatz in Rechnung stellt. Das wäre dann ein teures und überraschendes Ende eines wohl zu perfekt inszenierten Hochzeitsscherzes. pol

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