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Joel Berger ist der ehemalige Landesrabbiner.
Joel Berger ist der ehemalige Landesrabbiner.
Auf dem Platz der Synagoge – und später im VolksbankHaus – gedenken unter anderem OB Gert Hager (rechts) und Ephraim Jessner der November-Pogrome 1938. Fotos: Ketterl
Auf dem Platz der Synagoge – und später im VolksbankHaus – gedenken unter anderem OB Gert Hager (rechts) und Ephraim Jessner der November-Pogrome 1938. Fotos: Ketterl
10.11.2015

Brennende Synagogen als Mahnung: Vor 77 Jahren wurden jüdische Gotteshäuser geschändet

Pforzheim. Es war kein „spontaner Volkszorn“, der sich entlud, wie Joseph Goebbels, Propagandaminister des „Dritten Reichs“, glauben machen wollte – sondern ein geplanter Schritt des organisierten Verbrechens gegen die jüdische Bevölkerung: Über 250 Synagogen in ganz Deutschland– auch jene in Pforzheim, wo das wohl schönste jüdische Gotteshaus in Baden stand – brannten in der Nacht zum 10. November 1938. Ephraim Jessner hat dies nicht miterlebt – wohl aber die Gedenkveranstaltung am Dienstag auf dem Platz der Synagoge und im Atrium des VolksbankHauses. Der 95-Jährige ist der letzte jüdische Bürger Pforzheims, der den Holocaust überlebte. Und das im Konzentrationslager. Wechselseitig lebt Jessner in der Goldstadt, in die er 1954 des Schmucks wegen kam, und in New York.

Ursprünglich stammte er aus Litauen, kam aus dem Ghetto ins KZ Dachau und gehörte zu denen, die beim berüchtigten Todesmarsch nicht vor Erschöpfung starben, von der SS erschossen, erschlagen oder von Hunden zu Tode gebissen wurden. Seinen tiefen Respekt bekundete Oberbürgermeister Gert Hager, dass Jessner nach Pforzheim gekommen sei – er hätte gute und nachvollziehbare Gründe gehabt, nicht zu kommen, so Hager, der gemeinsam mit Jessner auf dem Platz an der Zerrennerstraße einen Kranz niederlegte. Mehr lesen Sie am Mittwoch. in der „Pforzheimer Zeitung“.