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Tom Tate (rechts) und der damalige Pfarrer Jörg Geissler legten im März 2001 an der Gedenktafel an der Huchenfelder Kirche einen Kranz für die fünf gelynchten Soldaten nieder. Foto: Seibel/Archiv
Tom Tate (rechts) und der damalige Pfarrer Jörg Geissler legten im März 2001 an der Gedenktafel an der Huchenfelder Kirche einen Kranz für die fünf gelynchten Soldaten nieder. Foto: Seibel/Archiv
19.01.2016

Britischer Flug-Offizier Tom Tate im Alter von 98 Jahren gestorben

Pforzheim. Ein halbes Jahrhundert lang sei es ihm nicht möglich gewesen, zu vergessen, sagt der Brite Tom Tate an Karfreitag 1995, an die Nagelkreuzgruppe in Huchenfeld gerichtet. „Ich bin noch sehr aufgewühlt“, bekennt er. Noch vor kurzer Zeit hat er sich geschworen, keinen Fuß je auf deutschen Boden zu setzen – hier, wo in Huchenfeld und Dillweißenstein fünf seiner Kameraden von einem Mob, angestachelt durch SA-Leute und Mitglieder der Hitler-Jugend, gelyncht wurden. Er hat fliehen können an jenem Tag im März 1945.

Genau 50 Jahre später kehrt er als Freund der Huchenfelder zurück, wird viele Jahre immer wieder kommen und eine der Symbolfiguren der Versöhnung. Am Dienstag ist Tom Tate, ehemaliger Offizier der Royal Air Force, im Alter von 98 Jahren gestorben. „Bis zu seinem Tod hat er um Versöhnung zwischen unseren Völkern gerungen. Er lebt weiter in unserem Herzen“, schreiben Renate Beck-Ehninger und ihr Mann Gotthilf Ehninger in der Todesanzeige – die Pforzheimer sind Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft von Huchenfeld und seit Mitte der 1990er-Jahre tief involviert in die Versöhnungsarbeit.

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