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Entspannt: Schülerinnen kurz vor der Zeugnisausgabe. Foto: Bachmayer
Entspannt: Schülerinnen kurz vor der Zeugnisausgabe. Foto: Bachmayer
26.07.2017

Brötzinger Flüchtlingskinder haben die Regelklasse im Blick

Pforzheim. Zeugnisausgabe an der Brötzinger Schule: Wie hat der Schulalltag das Leben von Kindern, die mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet sind, verändert? Und wie sieht für sie die Zukunft nach den Sommerferien aus? So verschieden wie ihre Nationalitäten sind auch ihre Geschichten und Namen. Doch sie alle – Bahera, Diana, Dilveen, Gift, Habiba, Jagar, Jawad, Maikel, Rima, Shrihan und Zhana – eint der Wunsch, möglichst schnell die deutsche Sprache zu lernen. Dazu bietet auch die Brötzinger Schule eine Vorbereitungsklasse im Rahmen der Allgemeinbildenden Schule – kurz VKL genannt.

Die Kinder im Alter von zwölf bis fünfzehneinhalb Jahren werden hier in den Bereichen Deutsch, Mathematik oder Sachunterricht so vorbereitet, dass sie im Idealfall am Unterricht von Regelklassen teilnehmen können. Die Vergrößerung des Sprachschatzes und dessen Anwendung haben sie als weiteren großen Baustein für das hiesige Leben erkannt. Denn damit können sie sich neben häuslichem Umfeld und Schule beispielsweise auch die Bereiche Sport und Freizeitaktivitäten immer weiter eröffnen. Kurz gesagt: der Grad ihrer Integration nimmt immer weiter zu.

Und genau auf dieses Ziel arbeiten alle Mädchen und Jungen fünfmal in der Woche hin. Das kann ihr Klassenlehrer Ralf Bachmayer bestätigen, der zusammen mit seinem Kollegen Winfried Waldhauer die Jugendlichen unterrichtet. „Sie sind alle hoch motiviert und freuen sich, in die Klasse zu kommen.“ Letztendlich ist diese Gemeinschaft für sie auch ein Ort, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen.

Doch jetzt, am Ende des Schuljahres, wissen alle, dass ein Abschnitt zu Ende geht – und ein Neuer ansteht. Die Ältesten verlassen die Brötzinger Schule und werden in anderen Schulen in so genannten VABO-Klassen unterrichtet. In diesen Klassen erhalten überwiegend jugendliche Migranten mit und ohne Deutschkenntnisse ein gezieltes Sprachförderangebot. Die Jüngeren werden wohl an der Brötzinger Schule auf entsprechende Regelklassen verteilt und dort parallel zum Unterricht weiter gefördert.

Unabhängig davon, in welchem Rahmen es für sie nach den Ferien weiter geht, formulieren die Jugendlichen selbst ihr wichtigstes Anliegen: „Ich möchte schnell den Anschluss an eine normale Klasse schaffen“ ist immer wieder zu hören.

Sicher ist jetzt schon, dass alle der VKL-Klasse sich weiter regelmäßig sehen werden. Schließlich verbindet sie die große Begeisterung für Fußball. Und die werden sie auch weiterhin gemeinsam im Benckiser-Park ausleben.