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Das gutgelaunte Thilo -Wagner-Trio: Hans-Peter Schucker (Schlagzeug), Thilo Wagner (Piano), Lindy Huppertsberg (Bass) und Axel Klauschke (von links). Foto: Frommer
Sie ist am Samstag in der Brötzinger Fußgänger unterwegs gewesen: Vivien Lutz in einem Kostüm aus der Paradixon-Aufführung „Das Fräulein von Scuderi“. Foto: Frommer
Rarität: ein England hergestellter Austin (BJ 1947) mit nach vorne öffnenden Türen und Rechtssteuerung. Foto: Frommer
OB Peter Boch. Foto: Frommer
01.10.2017

Brötzinger Samstag: Oldtimer, gute Musik und Kulinarisches

Pforzheim. Ein Stadtteilfest mit bunten Facetten: Spätsommerliche Temperaturen begünstigten den „41. Brötzinger Samstag“ und lockten Alt und Jung in die beliebte Fußgängerzone der Weststadt. Vielerorts duftete es nach Gegrilltem oder frischen Waffeln, Musik wurde zu einer Art „Roter Faden“, und frisch gezapftes Bier, verschiedene Sorten vollmundigen Weins und andere Getränke, auch zahlreiche kleine Attraktionen, die sich erst beim zweiten Blick mitteilten, machten das Fest zum Publikumsmagneten.

Bildergalerie: Brötzinger Samstag ist ein Besuchermagnet

Spielmannszug eröffnet

Traditionell eröffnet wurde der beliebte Festtag vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, die, in Ausgehuniform musizierend, vom Brötzinger Marktplatz zum Stadtmuseum marschierte. Dort richtete Fritz Sinzenich vom Weststadt-Bürgerverein eine kurze Begrüßungsrede an die schon gegen 14 Uhr zahlreich versammelten Gäste. Sein ausdrücklicher Dank galt der langjährigen Organisatorin des Brötzinger Samstags, der Pforzheimer Kunsthistorikerin Christina Klittich, die mit Blumenstrauß und viel Beifall der Anwesenden gewürdigt und verabschiedet wurde.

Fritz Sinzenich und anschließend Oberbürgermeister Peter Boch gingen in ihren Reden kurz auf die Gründung des Brötzinger Samstags, am 30. Oktober 1976 ein. Kunst und Kultur waren die Ursprünge – und einige der Institutionen des Stadtteils – vorneweg das Jazzlokal „domicile“ und die Marionettenbühne „Mottenkäfig“, die Galerie „Brötzinger Art“ und das Heimatmuseum „Haus der Landsmannschaften“ – waren und sind von Anfang an Teil des Brötzinger Samstags. Ebenfalls schon viele Jahre partizipieren auch die ortsansässigen Handwerker, Gastwirte und Händler an dem Stadtteilfest – altbewährte, wie beispielsweise die Demeter-Bäckerei Emmerich Toifl und einige in diesem Jahr erstmals, wie die Feinkosthandlung „Naturgabe“. Musik lag in der Luft: Vor der Filiale der Sparkasse Pforzheim Calw swingte die „S-Big Band“ mit großer Bläserbesetzung – oder überraschte mit Soul, wie dem Amy-Winehouse-Song „Valerie“. Verstummte das Orchester, übernahm ein Flamenco-Duo.

Fast mediterranes Ambiente

Zwischen Marktplatz und Museumsareal bot die vom Busverkehr befreite Westliche insgesamt viel Raum für Bühne, Bastelstübchen und Pony-Streichelzoo, für Open-Air-Barbecue und Marktstände; nur wenige Schritte davon entfernt, in den drei, vier abzweigenden Straßen öffneten Ausstellungen, Marionettentheater und die Musiklokale den Gästen ihre Türen.

Im Sommergarten von Axel Klauschkes „domicile“ (Brunnenstraße 4) zelebrierte das Trio um Thilo Wagner (Piano), mit Lindy Huppertsberg (Bass) und Hans-Peter Schucker am Schlagzeug, leichtfüßigen Jazz „unplugged“, in Olaf Falkes benachbartem „Exil“ (Bürgerstraße 2) waren rockigere Klänge angesagt: Nacheinander nahmen drei ganz unterschiedliche Bands – „Caipiranha“, „Millfield Factory“ und „Call her Sugar“ die kleine Bühne der Kultkneipe ein. Für echte „Hingucker“ sorgten die Puppen „Die drei Chinesen“ von Raphael Mürle und die drei Protagonistinnen der Paradixon-Produktion „Das Fräulein von Scuderi“ – Paula Gehrlein, Lena Herrmann und Vivien Lutz –, die in ihren auffälligen Kostümen Programmhefte des „Brötzinger Samstags“ in der stark frequentierten Fußgängerzone verteilten. Noch ein Hingucker: die beiden unentwegten Paella-Köche Carsten Kirchstetter und Adolfo Müller vor dem spanischen Lokal „Club de Amigos“. Oder die farbenfrohe Obst- und Gemüseauswahl vor der kleinen Feinkosthandlung „Naturgabe“, die für die Kleinen auch ein von bunten Luftballonen geschmücktes Bastelzelt errichtet hatten.

Helfer, Speis und Trank

Tatkräftige Mitglieder der Jugendfeuerwehr Brötzingen-Weststadt sorgten für die Wasserversorgung, der vor dem Stadtmuseum errichteten Gastro-Zelte. Dort gab es frisch zubereitete Schupfnudeln mit Sauerkraut und andere Leckereien. Als absolute „Renner“ meldete die Bäckerei Toifl warmen Zwiebelkuchen und neuen Wein. Bäckermeisterin Sabine Toifl zählte zu den vielen Ortsansässigen, die sich sehr zufrieden über die Neuauflage des traditionsreichen Stadtteilfest äußerten: „Es kommen auch viele Menschen von außerhalb, teils erstmals, und entdecken Brötzingen neu für sich.“