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Ganz so überlaufen wie in der Vergangenheit ist Brötzingen nicht, die Qualität – hier spanische Folkore von Freunden des „Club de Amigos“ – überzeugt die Besucher jedoch. Foto: Recklies
Ganz so überlaufen wie in der Vergangenheit ist Brötzingen nicht, die Qualität – hier spanische Folkore von Freunden des „Club de Amigos“ – überzeugt die Besucher jedoch. Foto: Recklies
Das Gemeindeorchester der neuapostolischen Kirche spielte ebenfalls beim „Brötzinger Samstag“.  Foto: Recklies
Das Gemeindeorchester der neuapostolischen Kirche spielte ebenfalls beim „Brötzinger Samstag“. Foto: Recklies
Klaus Haag vom Kulturamt auf einem originalen Nachbau des Patent-Motorwagens von Automobilpionier Carl Benz.  Foto: Recklies
Klaus Haag vom Kulturamt auf einem originalen Nachbau des Patent-Motorwagens von Automobilpionier Carl Benz. Foto: Recklies
Spiel- und Spaßangebote an verschiedenen Stationen machen das Ereignis im westlichen Stadtteil zum Kinderfest.  Foto: Recklies
Spiel- und Spaßangebote an verschiedenen Stationen machen das Ereignis im westlichen Stadtteil zum Kinderfest. Foto: Recklies
Die „Skatsisters“ in heimeliger Atmosphäre im domicile. Foto: Recklies
Die „Skatsisters“ in heimeliger Atmosphäre im domicile. Foto: Recklies
Klanggenuss in Hülle und Fülel mit dem stimmgewaltigen Rebstock-Quartett.   Foto: Recklies
Klanggenuss in Hülle und Fülel mit dem stimmgewaltigen Rebstock-Quartett. Foto: Recklies
27.09.2015

Brötzinger Samstag: Viel Kultur in Pforzheims Westen

Recht entspannt ist es am Samstag in der Brötzinger Fußgängerzone beim Brötzinger Samstag zugegangen. Von gedrängter Enge, wie es diese bisweilen in früheren Jahren gab, war diesmal zumeist nichts zu spüren. In den am Angebot beteiligten Kultureinrichtungen konnte man sich indes über mangelnde Besucher nicht beschweren.

„Bei uns war – außer ganz zu Beginn – immer viel los und nicht alle, die unsere Stücke sehen wollten, kamen auch zum Zug“, so Wolfgang Bürger von der Marionettenbühne Mottenkäfig, der den Zuspruch ähnlich gut wie in den Vorjahren einschätzt. Bei Axel Klauschke im domicile war der Besucherandrang sogar größer als früher. „Das liegt sicher auch daran, dass wir einer jungen Band ein Forum geboten haben“, so der Inhaber des Jazzclubs, der mit der Band „Skatsisters“ nach eigener Einschätzung ein glückliches Händchen hatte. Auch Olaf Falke vom Café Exil war mit dem Zuspruch – auch wenn es zunächst etwas ruhiger als in früheren Jahren war – recht zufrieden: „Wir verlängern den Brötzinger Samstag ja immer in den Abend hinein“, so Falke, der in diesem Jahr drei Bands und einen DJ für das Exil verpflichtet hatte und der mit seinem Team die musikalischen Genüsse auch um kulinarische Angebote erweiterte.

Kulinarisches liegt in der Luft

Schon bei der Eröffnung des Brötzinger Samstags zeichnete sich ab, dass diesmal vielleicht nicht ganz so viele Menschen durch die Straßen Brötzingen schlendern würden wie in den Vorjahren. Eher ruhig ging es auf dem Platz beim Stadtmuseum zu, als Oberbürgermeister Gert Hager in Anwesenheit von Landes- und Kommunalpolitikern das beliebte Stadtteilfest eröffnete. Anschließend schlenderte er durch die Westliche und nutzte dabei auch die Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Bürger ins Gespräch zu kommen, der sich schon zu Beginn des Brötzinger Samstags an dem vielfältigen kulinarischen Angebot labte. Denn die Düfte, die durch die Straße zogen, machten es schwer, Flamm- oder Zwiebelkuchen sowie den spanischen Leckereien, die der Club des Amigos für die Gäste vorbereitet hatte, aber auch Würstchen oder Steaks zu widerstehen.

„Ich finde es gut, dass sich das Fest – so zumindest mein Eindruck – wieder hin zu einem Kulturfest entwickelt“, so Klauschke, der es für kritisch hält, wenn das Straßenfest mit zu vielen Angeboten überfrachtet wird. Die Atmosphäre, die er in diesem Jahr erlebt habe, sei sehr gut gewesen. Ähnlich wurde auch im Stadtmuseum und beim Rumpelkammer-Team geurteilt. Denn auch wenn vielleicht die Besucherzahlen vielleicht etwas geringer gewesen seien – „die Angebote wurden genutzt“, urteilen Wolfgang Fischer, zweiter Vorsitzender der Rumpelkammer, sowie die Vorsitzende Gabi Meixner. Die war vor allem erfreut, dass die in den eigenen Räumen organisierte Hutmodenschau unter dem Titel „Très chic“ gut besucht war und auch gut angekommen ist. Schade fand ein Besucherin, dass der im Programm angekündigte Flohmarkt, sich nur auf einen Stand am Marktplatz beschränkt habe. „Da hatte ich wirklich mehr erwartet.“

Für Groß und Klein

Ansonsten erwartete die Besucher eine Fülle an Angeboten. Während in der Martinskirche unter anderem das Orchester der Neuapostolische Kirche und der Chor Rebstock-Quartett sowie die Singgemeinschaft Musikalische Vielfalt boten, war nur unweit davon das Südwestdeutsche Kammerorchester zu erleben. Spanische Klänge mit Flamenco neben Folk- und Big-Band-Musik drangen durch die Fußgängerzone – neben dem urigen Knattern eines ganz besonderen Motors: Klaus Haag vom Kulturamt drehte mit einem originalen Nachbau des Patent-Motorwagens von Carl Benz einige Runde, während in den Spielräumen des Mottenkäfigs verschiedene Stücke zu erleben waren und das Publikum mal zum Nachdenken, mal zum Lachen reizten.

Vor allem aber die Kinder kamen auf ihre Kosten: Es gab zahlreiche Spiel- und Spaßangebote an verschiedenen Stationen, die stets gut besucht waren. Nicht zuletzt die Möglichkeit der Jugendfeuerwehr, einmal das eigene Zielvermögen mit einem starken Wasserstrahl auf die Probe zu stellen, wurde gerne genutzt.