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"Brötzinger Samstag" lockt rund 5000 Besucher © Rosendahl
24.09.2011

"Brötzinger Samstag" lockt rund 5000 Besucher

PFORZHEIM Wo Live-Musik und Kultur an jeder Straßenecke für magische Momente sorgen, da wirkt der Geist des "Brötzinger Samstags". Er ist mehr als ein Straßenfest, er ist ein Mosaik aus Kunst, Unterhaltung, Spaß und Spiel, das mehr als 30 Brötziner Gruppen, Vereinen, Kulturinstitutionen, Musikkneipen und Einzelhändlern zusammengesetzt hatten und leuchten ließen.

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Das Kulturamt stellte am Samstag die 35. Veranstaltung dieser Art auf die Beine, die bei Kaiserwetter rund 5000 Besucher angelockt hatte. Der Erste Bürgermeister Roger Heidt sagte bei der Eröffnung des Kulturfestes, das der "Brötzinger Samstag ein Alleinstellungsmerkmal habe und nicht zu toppen sei." Der Bürgervereinsvorsitzende Fritz Sinzenich bedauerte, das die versprochene Überraschung zur Eröffnung des Festes ausfallen musste. "Wir hatten vor, den Ersten Bürgermeister im Carl-Benz-Wagen durch Brötzingen zu kutschieren, aber leider verletzte sich der Fahrer Klaus Haag kurzfristig, so dass dieser Programmpunkt ausfallen muss", sagte er. Dennoch lohne sich ein Besuch im schönen Stadtteil Brötzignen immer.

Das meinte auch die 18-jährige Franciska Engeser, die ihre Mutter Marianne (Nachfolgerin von Stefan Mappus im Lantag) drängte, "möglichst früh zum Brötzinger Samstag zu gehen, um auch Zeit zum Einkaufen im Modegeschäft zu haben." Ihre Mutter war einverstanden: "Ich habe nicht lange überlegt, zuzustimmen, da ich immer dafür bin, den Handel in der Goldstadt und den Stadtteilen zu unterstützten", sagte sie.

Nicht Bier, Bratwurst und Schnitzelweck waren die Hauptzutaten dieses Festes, sondern Figurentheater, Musik, Literatur, Tänze, Ausstellungen, Führungen, Zirkusvorstellungen sowie sportliche und handwerkliche Darbietungen. Von Klassik und Rock über Folklore und Kirchenhmusik bis hin zu Jazz und Chorgesang gab es ein breites musikalisches Spektrum. Und der Kinderchor der Neuapostolischen Kirche sang in der Martinskirche Verse, die zum Nachdenken anregten: „Wo ein Mensch den anderen sieht, nicht nur sich und seine Welt, fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.“

Eine Open-Air-Premiere der besonderen Art bot das Südwestdeutsche Kammerorchester erstmals im Freien auf dem Musemsareal unter Leitung von Johannes Klumpp, der beim deutschen Dirigenten-Wettbewerb in Berlin einen Sonderpreis erhalten hat. Staunen aller Orten: Im Figurentheater “Mottenkäfig“ lernte das kleine Känguruh fliegen, und das Rebstock-Quartett begeisterte mit musikalischen Ausschnitten aus seinem Programm in der Martinskirche.

Auch die Geschäftsleute ließen sich eine Menge einfallen - vom Blütenzauber-Bastelspaß für Kinder bis zum Auftritt der Böhmischen Musikkapelle Burgeis im Fashinhouse Klittch. Ein Abenteuerpark im Therapiezentrum Reimer, und ein Luftballonwettbewerb der Sparkasse Brötzungen mit einem Kreativangebot für Kinder zusammen mit den Schmuckwelten waren weitere Höhepunkte.

Traditionell beschloss ein Orgelkonzert in der Christuskirche den „Brötzinger Samstag“, bei des es aber auch noch nach 19 Uhr Livemusik im Café Exil gab.

Was 1976 als Initiative vom Künstlerlokal „Domicile“, der Marionettenbühne „Mottenkäfig“, der Galerie Brötzinger Art, dem Südwestdeutschen Kammerorchester, dem Heimatmuseum und der Volkstanzgruppe des Schwarzwaldvereinsaus der Taufe gehoben wurde, hat sich zu einem kulturennen Massen-Spektakel entwickelt.