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Symbolbild: dpa
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15.09.2017

Brutaler Menschenraub: Saftige Strafanträge im Prozess gegen Drogenbande

Pforzheim. Nach dem Plädoyer des Staatsanwalts Philipp Karl im Prozess um Menschenraub, schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe sahen sich vier Verteidiger außerstande, auf die Strafanträge zu erwidern. Drei Männer zwischen 37 und 39 Jahren hatten den 36 Jahre alten Exfreund der 30-jährigen Angeklagten unter anderem zusammengeschlagen und ihn in eine Fensterscheibe getreten.

Der Staatsanwalt beantragte für die Frau, die das Opfer in ihre Wohnung gelockt hatte, eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren, sowie die Einweisung in eine Entziehungsanstalt, für ihren 37 Jahre alten Freund, der am meisten zugeschlagen hatte und einschlägig vorbestraft ist, achteinhalb Jahre sowie die Einweisung in eine Entziehungsanstalt und Sicherungsverwahrung. Sechseinhalb Jahre sollte der 39-Jährige bekommen, der die Flucht des Opfers mit einem Messer in der Hand verhindert hatte. Für den weiteren 39-Jährigen, der mit der Eisenkette zugeschlagen hatte, forderte der Staatsanwalt siebeneinhalb Jahre.

Für die 32 Jahre alte Frau, die erst später zum Geschehen gekommen war und das Opfer verbunden, aber auch die Schuldscheine neu formuliert hatte, beantragte Karl eine achtmonatige Bewährungsstrafe und 120 Arbeitsstunden als Bewährungsauflage. Ihr Verteidiger Florian Bähr forderte Freispruch für seine Mandantin.

Die Verhandlung wird am 26. September um 13 Uhr fortgesetzt.

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