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Die guten Mienen von Bürgermeister Frank Fillbrunn (links), Ortsvorsteher Bernhard Schuler und Rektor Michael Nowotny (von rechts) täuschen nicht über die Differenzen bei der Waldschule hinweg. Das Bild entstand 2019. Archiv foto: Lorch-Gerstenmaier 

Büchenbronn: Klares Votum für „Bergdorf-Campus“ und juristische Kampfansage an Stadt

Pforzheim-Büchenbronn. In Büchenbronn hat man die Faxen dick – und setzt der Stadt die Pistole auf die Brust: In einem einstimmig beschlossenen, von allen Ortschaftsräten gemeinsam unterschriebenen Antrag an die Stadtverwaltung wird die Stadt Pforzheim aufgefordert, sich „definitiv und eindeutig“ zu äußern, ob die Waldschule zu einer weiterführenden Schule ausgebaut werden soll. Frist: 31. März.

Wenn die Stadt der Aufforderung bis dahin nicht nachkommt, will man juristische Schritte einleiten. Eine Feststellungsklage sei dann „unumgänglich, um die im Eingemeindungsvertrag vereinbarte und zugesicherte weiterführende Schule durchzusetzen“, heißt es in dem Antrag weiter.

Ortsverwaltung und Ortschaftsrat berufen sich auf Paragraf 9, Absatz 4, Ziffer drei des Vertrags vom 7. Juni 1973. Darin steht, dass ab dem Jahr 1975 eine „Realschule oder gleichwertige Bildungseinrichtung“ geschaffen werden müsse.

Von zwei auf drei Züge

Wie mehrfach berichtet, existiert an der Waldschule seit einigen Jahren nur noch die zweizügige Grundschule. Der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung bedeutete das Ende der Haupt- oder Werkrealschule. In Büchenbronn argumentiert man mit der stetig wachsenden Zahl von Kindern. Wasser auf die Mühlen sind exemplarisch die aktuellen Zahlen, die Schulleiter Michael Nowotny bei der Sitzung des Ortschaftsrats am Mittwoch mitgebracht hatte: Schon früher als geplant, könnte die Waldschule ab dem kommenden Jahr sogar dreizügig werden. Der Klassenteiler liegt bei 28 – und 56 Neuanmeldungen liegen jetzt schon vor. Nur eine Neuanmeldung mehr, und es gäbe drei Klassen pro Jahrgangsstufe. Räumlich wäre das darstellbar. Man müsste nur die seit Jahren ungenutzten Klassenräume reaktivieren.

Platz, so die Büchenbronner, sei also da oder könnte durch eine Gebäudeaufstockung leicht und kostengünstig geschaffen werden, statt auf dem Inselcampus in der Innenstadt einen Neubau hochzuziehen. Wenn in der Stadt einmal Fakten geschaffen würden, gebe es für Büchenbronn keine Chance mehr.

„Hinhaltetaktik“

„Es kann nicht sein, dass wir weiter hingehalten werden“, schallt es aus dem Höhenstadtteil ins Neue Rathaus. Dort verschanzt man sich hinter der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans, also der zu erwartenden Schülerströme und der Auslastung der Schulen. In Büchenbronn sieht man die Vorteile ganz klar auf der Seite der Waldschule, die dann neben der Grundschule Realschule werden soll: die Bevölkerungszunahme durch junge Familien, gerade in den Neubaugebieten (beispielsweise Obere Lehen), das Einzugsgebiet Engelsbrand, die bestehenden Sport- und Freizeitmöglichkeiten (nebenan hat der SV Büchenbronn im Schlägle seine Heimat) – eine Art „Bergdorf-Campus“ mit Kitas, Waldschule, Schiller-Gymnasium und Bergdorfhalle.

„Keine Extrawurst“

Ob die Oberbürgermeister Gert Hager oder Peter Boch hießen oder heißen, die Schuldezernenten Monika Müller oder Frank Fillbrunn – sinngemäß sagten alle, für Büchenbronn werde keine Extrawurst gebraten, und die Dinge seien im Fluss. Es gelte, gesamtstädtisch zu denken. Im übrigen, so argumentierte das Rechtsamt, hätte man schon früher auf den besagten Passus im Eingemeindungsvertrag pochen müssen – und nicht erst Jahrzehnte später. Im Klartext: Der Anspruch sei verjährt. Ob diese Argumentation juristisch greift, oder ob es heißt, Verträge seien einzuhalten, wird ein Gericht klären müssen, wenn sich die Stadtverwaltung nicht oder aus Büchenbronner Sicht negativ erklärt. Ortsvorsteher Bernhard Schuler: „Wir wollen ein klares Ja oder Nein.“

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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