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Gestern Abend wieder das zurzeit alltägliche Bild: Schon weit vor dem Büchenbronner Ortseingang aus Richtung Kernstadt staut sich die Blechkolonne. Foto: Meyer

Büchenbronn verstopft: Fahrer fluchen und Bergdorf ächzt

Pforzheim-Büchenbronn. Wer derzeit Büchenbronn ansteuern oder passieren muss, wird auf eine herbe Geduldsprobe gestellt. Während der Spuk für jene, die durchfahren, nach der Überwindung des Nadelöhrs an der Kreuzung Pforzheimer Straße/Westring ein Ende hat, bedeutet für Anwohner die Verkehrskolonne vor der Haustür ein dauerhaftes Ärgernis. Lärm, Dreck und Stress sind das Eine. Noch schwerer wiegt aber vor Ort die Sorge, dass Menschen zu Schaden kommen könnten.

PZ-Testfahrten zeigen: Gerade zu Stoßzeiten – morgens, zur Mittagszeit und im Feierabendverkehr – staut es sich enorm. Wer vom Brötzinger Tal kommt, muss nicht selten bereits an der Abfahrt zu Sonnenberg und Sonnenhof stoppen. Auf der anderen Seite der Baustelle am Westring – dort werden Autos einspurig durch eine Behelfsampel vorbeigeleitet, weil eine feste Ampelanlage installiert wird – reicht die Blechlawine bis weit in die Ortsmitte. Besonders knifflig ist es, aus einer der Seitenstraßen auf die Pforzheimer Straße abzubiegen. Für alle heißt es: warten, warten, warten.

„Der Verkehr ist richtig schlimm geworden“, berichtet eine Anwohnerin, die durch brummende Motoren und lautstarke Stereoanlagen in den sich stauenden Autos die Dauer-Dröhnung bekommt. Sie und ihre Nachbarn fürchten, dass die Notfallversorgung leiden könnte, weil auch Rettungsdienste nicht vorankommen, und dass Fußgänger in Seitenstraßen verletzt werden. „Hier spielen viele Kinder. Man kann darauf warten, dass jemand unterm Auto liegt.“ Viele Fahrer nutzten diese Bereiche und zuweilen gar den Parkplatz des Edeka-Markts als Ausweichstrecke: „Manche rasen wie die Henker.“ Wenn die Baustelle weg sei, werde die Lage durch die neue Ampel nicht besser, schätzt eine Büchenbronnerin. Generell zu hoch sei im Bergdorf das Verkehrsaufkommen: „Man fühlt sich alleingelassen.“

Ortsvorsteher Bernhard Schuler stellt heraus, dass den Büchenbronnern ein Kreisverkehr lieber gewesen wäre. Die aktuelle Lage, insbesondere in Seitenstraßen, sei gefährlich: „Ortsunkundige irren da förmlich durch. Ich bin gottfroh, dass noch nichts passiert ist.“ Das Ansinnen von Anwohnern, ein Schild mit der Aufforderung an Fahrer anzubringen, Motoren während der Wartezeit abzustellen, habe er an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Die geschilderte generelle Verkehrsbelastung Büchenbronns „bestätige ich vollumfänglich“, so Schuler. Diese könnte sich nach seiner Einschätzung gar durch das nun freigegebene Westtangenten-Teilstück verschärfen. Solch neue Verbindungen brächten „Leute dazu, Strecken zu befahren, auf denen sie zuvor nie gefahren sind“.

Aus Sicht der Verkehrsbehörde halten sich die Beeinträchtigungen in „vertretbarem“ Rahmen, sagt der städtische Sprecher Stefan Baust, „zumindest in Relation zur Bedeutung der von der Baustelle betroffenen Ortsdurchfahrt.“ Nur eine Beschwerde über „Schleichverkehr“ sei eingegangen. Ein Schild mit dem Aufruf, den Motor auszustellen, gebe es im Verkehrszeichenkatalog nicht. Neue Autos seien aber oft mit einer Abschaltautomatik ausgestattet. Der Termin zur Fertigstellung Ende Mai stehe. Die neue Ampelanlage solle einen Rückgang der Unfälle am Westring bewirken. Pläne für einen Kreisel seien an den räumlichen Gegebenheiten und Verkehrssicherheitsaspekten gescheitert. Mit mehr Verkehr in Büchenbronn wegen der Westtangente rechne man nicht.