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Fündig geworden ist Nina Jackstreit aus Dillweißenstein mit ihren Kindern Isabell (8) und Fabienne (6). Jürgen Brüstle (links) wog die Bücher ab.  Molnar
Fündig geworden ist Nina Jackstreit aus Dillweißenstein mit ihren Kindern Isabell (8) und Fabienne (6). Jürgen Brüstle (links) wog die Bücher ab. Molnar
01.11.2015

Büchermarkt im Weißensteiner Bahnhof erstmals um vier Tage verlängert

Schon früh am Morgen bildete sich vorm Bahnhof in Dillweißenstein eine lange Schlange. Kaum öffneten die Eisenbahnfreunde Pforzheim die Tür, schon begannen die Besucher in unzähligen Bananenkisten zu stöbern. Zum 20. Mal veranstaltete der Verein gestern den beliebten Büchermarkt, von dem eingefleischte Fans wissen, dass er jedes Jahr am ersten Sonntag im November stattfindet.

Doch diesmal bleibt es nicht nur bei einem Tag: Der Büchermarkt wurde erstmals ausgeweitet auf eine Bücherwoche. Von heute bis Donnerstag ist der Flohmarkt noch zugunsten des denkmalgeschützten Bahnhofs jeden Abend von 17 bis 21 Uhr geöffnet, am Donnerstag bis 20 Uhr. „An einem Tag ist das gar nicht zu stemmen“, sagten Organisator Gerald Manz und Andreas Richter von den Eisenbahnfreunden. 20 000 Bücher, Zeitschriften und Hefte wurden bisher übers Jahr gesammelt und nach Themen sortiert, dieses Jahr sogar 25 000. Romane machten den größten Anteil aus. Oft seien qualitativ hochwertige Werke dabei, doch höchstens die Hälfte könne zum Preis von zwei Euro pro Kilogramm verkauft werden. „Da hat man Tränen in den Augen, wenn hinterher viel weggeschmissen werden muss“, so Richter. Vor allem das Sortieren nach Rubriken wie Natur, Technik oder Reisen sei aufwendig, werde aber von den Besuchern besonders geschätzt. 150 Stunden benötigten die Helfer allein für den Aufbau, 500 Stunden für die Austragung der Bücherwoche.

19 Kilo für die Tochter

Mathilda Albrecht aus Huchenfeld hat vor allem Kinderbücher ausgesucht, 19 Kilo bringen diese auf die Waage. „Meine zweijährige Tochter liest schon morgens nach dem Aufstehen“, erzählte sie. Nina Jackstreit aus Dillweißenstein hat ihre Kinder mitgebracht. „Ich habe ein Fußballbuch für meinen Bruder gefunden“, sagte die sechsjährige Fabienne. Liebhaber von alten Büchern oder Schallplatten waren ebenfalls unter den Besuchern. Der Erlös der Bücherwoche soll der Sanierung der Güterhalle zugutekommen. Neue Tore und eine Rampe seien vorgesehen.