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07.04.2008

Bürger beklagen Vermüllung

PFORZHEIM. Illegale Müllentsorgung scheint mancher als Kavaliersdelikt anzusehen. Schnellimbiss-Kunden auf der Wilferdinger Höhe werfen ihren Müll aus dem Auto, Möbelsitzgruppen landen im Gebüsch an der Güterstraße.

„Jeder Bürger hat ein Anrecht auf eine saubere Stadt“, sagt Wolf-Dietmar Kühn, der Leiter des Pforzheimer Ordnungsamts. „Wer Müll wegwirft, sollte sich bewusst machen, dass dies kein Kavaliersdelikt ist. Es sind natürlich alles Einzelfallentscheidungen je nach Menge und Verschmutzungsgrad. Aber schon allein das Wegwerfen von Fast-Food-Verpackungen kann zwischen 25 und 75 Euro kosten“, so Kühn. Mit bis zu 250 Euro Bußgeld müsse rechnen, wer beispielsweise am Waldrand Sperrmüll illegal entsorge.

Auf Bürgerhilfe angewiesen

„Wir sind aber auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, um die Sünder verfolgen zu können. Wer verdächtige Wahrnehmungen macht, sollte sich Autokennzeichen und Personenbeschreibung der illegalen Müllentsorger merken und dem Amt mitteilen“, erklärt Kühn. Dann könne man in Zusammenarbeit mit der Polizei tätig werden. „Nachhaltige Erziehung zur Stadtsauberkeit geht leider nur über den Geldbeutel“, bedauert Kühn.

„Das Gewerbegebiet Wilferdinger Höhe erstickt im Dreck“, beklagt sich PZ-Leser Klaus Bischof, der seit etwa einem halben Jahr in einem Unternehmen an der Heilbronner Straße arbeitet und sich doch „sehr wundert, was da so in der Nacht oder früh am Morgen abgeht“. Befahre man die Heilbronner Straße bei „Mapal“ lägen manchmal mitten auf der Straße die Überreste von mindestens fünf Schnellimbiss-Gästen. „Wohlgemerkt – mitten auf der Straße“, so Bischof.

Lastwagen entrümpelt

Fahre man dann weiter, stoße man auf weitere Verschmutzungen wie am vergangenen Freitag,als Bischof mit eigenen Augen gesehen hat, wie ein Brummifahrer über seine Beifahrertür sein Führerhaus „entrümpelte“ und Gegenstände wie Schlafsack, mehrere Dosen, Flaschen und Hygieneartikel einfach am Waldrand entsorgt habe. Als er um 9 Uhr in der Vesperpause an besagter Stelle nachgesehen habe, seien der Brummi und auch der Müll weg gewesen. Am Straßenrand habe er einen in signalrot gekleideten Mann mit einem Elektroauto und gelben Rundumlicht wahrgenommen, der diese Hinterlassenschaft bereits auf seine Pritsche geladen hatte. Wo heute das THW sein Areal habe, hätte es in seiner Jugendzeit einen schönen Eichenwald gegeben. „Hier gab am 1. Mai jeden Jahres die Stadtkapelle Pforzheim ein Platzkonzert“, so Bischof. Das sei zwar schon 45 Jahre her, aber es schmerze, mit ansehen zu müssen, wie hier so langsam alles vergammle.

Müll als Ärgernis

Ein Ärgernis sind auch immer wieder die Verschmutzungen entlang der Güterstraße, wo die Büsche beim Bahngelände oft als illegale Mülldeponie angesehen werden. Wiederholt haben PZ-Leser auf Verschmutzungen hingewiesen. Wer hier sucht, findet sogar illegal entsorgte Möbelstücke wie Sofas, Betten oder Sessel.