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02.11.2014

Bürgerinitiative kritisiert „Hetze“ - Flüchtlingsheim-Gegner fordern sachliche Asyl-Diskussion

Pforzheim. Die Bürgerinitiative Hohenäcker beklagt Leserbriefe und Meinungen zum Thema Flüchtlingsheim in der Wilhelm-Lenz-Straße, die „an der Sache vorbei“ gingen – auch wenn man sich „über die zum Teil kontrovers geführten Diskussionen zum Thema Asyl“ freue, so Andreas Schamott in einer Presseerklärung.

Kritisch sieht der Sprecher besonders Äußerungen, die „den Pforzheimer Bürgern verallgemeinert vorwerfen, dass man zwar auf der einen Seite Flüchtlingen helfen möchte, aber jeder Bürger sich dabei denkt ,Aber nicht bei uns‘ oder ,Aber bitte nicht in unserer Nachbarschaft‘“, wie dies in den Leserbriefen von Martin Müller sowie des SPD-Kreisvorsitzenden Frederic Striegler formuliert war. „Allein diese zwei Aussagen zeigen gut auf, dass sich noch nicht alle ausreichend mit dem Thema beschäftigt haben“, so Schamott. „Solch eine Vereinheitlichung auf Pforzheims Bürger bezogen ist der Sache nicht dienlich und baut nur unnötig Fronten auf.“ Erschreckend sei, „dass sich hier auch Politiker auf diesem öffentlichen Weg hetzend äußern und den mündigen Bürger mit ,Asyl-Kritiker‘, ,Rechtspopulisten‘ und ,Sonntags-Christen‘ ansprechen.“

Hoffen auf Leverkusener Modell

Man habe, so betont Schamott, hingegen auch „sehr viele verständnisvolle und positive E-Mails“ von Bürgern und Gemeinderäten erhalten. Die erneute Überprüfung unter Einbezug des dezentralen Leverkusener Modells sowie die detaillierte Erweiterung der sozial integrativen Prüfkriterien zeige, dass man sich jetzt mit dem Thema intensiver auseinandersetzen wolle „und hier keinen ,Schnellschuss‘, von dem die Bürger erst über die Zeitung erfahren, abgeben möchte“.

Vor allen Dingen begrüße man die Zustimmung von Oberbürgermeister Gert Hager und Bürgermeisterin Monika Müller zu einem Gespräch mit den Anwohnern aus dem Gebiet Hohenäcker. Hoffnung setzt die Bürgerinitiative auch auf die Beteiligung von Rita Schillings: Die Mitentwicklerin des Leverkusener Modells habe ihre Unterstützung bei einer der folgenden Ausschusssitzungen zum Thema Asyl angekündigt.

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