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Das Waldgebiet nördlich (im Bild rechts) der A 8 ist als Gewerbefläche im Gespräch. Dagegen gibt es Widerstand. 

Bürgerinitiative sieht Aus für Klapfenhardt: Dieses Tier könnte das Gewerbegebiet verhindern

Pforzheim. Das geplante Pforzheimer Gewerbegebiet ist nach Information der BI Nord Heimat weiterer geschützter Tierarten. Die Bechsteinfledermaus ist demnach auch darunter, wehen der vor einem Jahr der Braunkohlebergbau im Hambacher Forst gestoppt wurde. An OB Peter Boch und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler übt die Initiative scharfe Kritik: Bei beiden passten Absichtserklärungen und Handeln nicht zusammen.

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Die Bechsteinfledermaus: Dass Exemplare dieses seltenen Flugsäugetiers im Hambacher Forst gefunden wurden, hat dessen Rodung gestoppt.

Als 2018 Bechsteinfledermäuse im Hambacher Forst gefunden wurden, führte das dazu, was zuvor mit Demos und Aktionen in dem Waldgebiet nicht gelungen war: die Rodungsarbeiten zugunsten eines Braunkohletagbaus zu stoppen.Nach Einschätzung der Bürgerinitiative Nord dürfte sich dies nun im Klapfenhardt-Wald nördlich der A 8 bei Pforzheim-West wiederholen. „Inzwischen haben Gutachter zwei der gefährdetsten und rot gelisteten Fledermausarten nachgewiesen, das Große Mausohr und vor allem die Bechsteinfledermaus“, heißt es in einer Pressemitteilung der BI Nord, die angesichts bester Verbindungen zu Naturschützern als gut unterrichtet gilt. Tatsächlich hatte bereits im Frühjahr ein städtischer Gutachter das Vorhandensein dieser Fledermäuse gegenüber dem Gemeinderat als „plausibel“ dargelegt. Weil zudem noch weitere seltene Tiere und Pflanzen gefunden worden seien, kommt die BI zum Schluss: „Die Ergebnisse bedeuten jetzt schon das Aus für ein Gewerbegebiet Klapfenhardt.“

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Die Initiatoren belassen es dabei nicht, sondern werfen OB Peter Boch und Baudezernentin Sibylle Schüssler vor, das Projekt dennoch nicht beerdigt zu haben Der OB wolle für jedes neugeborene Kind einen Baum pflanzen und habe in der französchen Partnerstadt St. Maur einen gepflanzt – dies passe nicht dazu, einen wertvollen Wald abholzen zu wollen, in dem unter anderem eine seltene, 80 Jahre alte Eisbeere, die im Klapfenhardt-Wald stehe und 300 Jahre alt werden könne.

Schüssler agiere ähnlich, erbitte Spenden für Baumpflanzungen, wolle den Klimanotstand ausrufen und dazu Geld für Gutachten ausgeben. Andererseits wirke sie mit, dass rund 71 000 Bäume in Klapfenhardt gefällt werden müssten.

Insgesamt räche sich nun, keine Alternativen für Gewerbegebiete zu haben, ohne auf Waldabholzung zurückzugreifen, und hierbei auch nicht mit dem Umland zusammengearbeitet zu haben. Boch und Schüssler sollten sagen, wie sie die Widersprüche ihres Redens und Handelns miteinander in Einklang bringen wollen.

Mehr lesen Sie am 5. Oktober 2019 in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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Marek Klimanski

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