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Gut besucht ist das Höfener Freibad im Sommer. Den Badespaß stellen unter anderem die Ehrenamtlichen des Fördervereins sicher. PZ-Archiv/Förderverein Freibad Höfen

Bürgermeister und Förderverein kämpfen um das Höfener Freibad

"Ich werde alles für das Schwimmbad in Höfen tun“, versicherte Bürgermeister Heiko Stieringer bei der Jahreshauptversammlung des Freibad Fördervereins Höfen. Allerdings ließ er auch verlauten, dass ein Schwimmbad längst keine Selbstverständlichkeit mehr sei und die Gemeinden und Menschen für den Erhalt kämpfen müssten.

Immer mehr Kommunen seien vom Spardruck getrieben, und bundesweit nehme die Anzahl der schließenden Bäder signifikant zu. „Dabei werden die Bäder von allen Schichten benutzt und letztlich leidet das Allgemeinwohl“, bedauerte der Bürgermeister.

Jährlicher Zuschuss hoch

Laut Stieringer stand das Freibad in Höfen bisher nicht zur Diskussion. Doch einzelne Stimmen im Gemeinderat ließen bereits verlauten, dass bei einer dauerhaft klammen Haushaltslage, das Bad durchaus zur Debatte stehen könnte. Rund 220 000 Euro Zuschuss der Gemeinde fließen jährlich in den Betrieb des Bades. „Auf drei Euro Eintritt kommt ein Zuschuss von rund sechs Euro“, so Stieringer. „Leider verkennen die Leute dies häufig“, fügte er an.

Dabei wiesen Stieringer und die Anwesenden darauf hin, dass das Schwimmbad das einzige Freizeitangebot in Höfen ist. Moosbedeckte Überbleibsel sollen unter allen Umständen vermieden werden.

Große Abhilfe leistet seit Jahren der Freibad-Förderverein. Derzeit sind 101 Mitglieder gemeldet, die während und außerhalb der Freibadsaison tatkräftig zur Seite stehen. „Wir krempeln die Ärmel hoch und helfen, wo es geht“, so Vorstand Wolfang Stier.

Dabei obliegen zahlreich Auswinterungs-, Renovier- oder Reparaturarbeiten den ehrenamtlichen Helfern. In Eigenregie werden Kinderschwimm-, Wassergymnastik- und weitere Kurse veranstaltet. „Zahlreiche Kinder kommen aus der Umgebung zum Schwimmkurs“, freute sich Stier. Vermutlich werde es in diesem Jahr aufgrund der hohen Nachfrage einen zweiten Kurs geben. Als jährlichen Höhepunkt bezeichnete Stier das Zwölf-Stunden-Schwimmen. Im vergangenen Jahr waren 115 Teilnehmer am Start und schwammen 642,28 Kilometer. Ebenso erfolgreich sei der Saisonausklang mit dem „Freibad-Rock“ und einem Konzert des Musikvereins Höfen gewesen.

Pochen auf Engagement

„Der Verein leistet ein unglaubliches Engagement“, untermauerte Stieringer die Arbeit. Dennoch zeigte sich der Bürgermeister enttäuscht, dass lediglich 61 von 101 Mitgliedern aus Höfen stammen. „Diese Zahl stimmt mich bedenklich“, so Stieringer. „Es reicht nicht aus, Forderungen zu stellen. Wenn ich etwas haben will, muss ich dafür etwas tun“, forderte er weiter.

Mitglieder des Freibadvereins offenbarten ihre Enttäuschung über die geringe Anzahl der Vereinsmitglieder aus dem Gemeinderat. Man war sich einig, vor allem in Höfen noch weiter werben zu wollen. Mit 12 000 Flyern will der Verein auch in diesem Jahr nicht nur in Höfen, sondern in den umliegenden Orten auf das attraktive Schwimmbad aufmerksam machen.