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23.02.2017

Bürgerverein konfrontiert OB und Aspiranten mit Fragenkatalog

Wie Dillweißenstein verfügt Brötzingen nicht über eine eigene Ortsverwaltung, weswegen es vor Ort keine offizielle Kandidatenvorstellung zur Oberbürgermeisterwahl gibt.

Doch genau wie die Dillsteiner und die Weißensteiner können auch die Weststädter im direkten Kontakt erfahren, welche Ziele die Bewerber verfolgen. Möglich macht dies der Weststadt-Bürgerverein, der die Kandidaten einzeln unter die Lupe nehmen wird.

„Wir wollen den Bewerbern auf den Zahn fühlen“, sagt der Vorsitzende Fritz Sinzenich. Bereits für Montag, 6. März, hat Oberbürgermeister Gert Hager (54, SPD) einen Rundgang angesetzt, der um 17 Uhr auf dem Marktplatz beginnt. Im Anschluss, also wohl gegen 18 Uhr, gibt es ein Treffen in der Schwarzwaldsängerhalle, bei dem sich auch jene Bürger informieren können, die nicht gut zu Fuß sind. Alle Bürger sind laut Sinzenich zu diesem Austausch eingeladen.

Gleiches gilt für die Diskussion mit Peter Boch, den der Bürgerverein nach Brötzingen eingeladen hat. Von 10.30 Uhr an wird der 36-jährige CDU-Bewerber am Donnerstag, 9. März, Rede und Antwort stehen. Es könnte nicht die letzte Kandidatenvorstellung in Brötzingen bleiben. Andreas Kubisch, Mitbegründer der Liste Eltern, habe bereits Interesse an einem Treffen signalisiert. „Jeder Bewerber kriegt seine Chance“, betont Sinzenich. Was den Weststädtern auf den Nägeln brennt, ist dem Fragenkatalog zu entnehmen, den Harald Bürkle, der Schriftführer des Bürgervereins, der PZ schon einmal vorab im Wortlaut zur Verfügung gestellt hat. Von den Bewerbern erwarte man „dazu jeweils eine Aussage“, betont Bürkle.

Sind dem Kandidaten die Stadtteile wie Brötzingen oder Dillweißenstein ebenso wichtig wie die Innenstadt? Woher kommt das Geld für den Stadthaushalt, und wie soll es aufgeteilt werden?

Wie wichtig sind Vereine, und wie werden sie finanziell und platzmäßig unterstützt?

Welche Einstellung hat der Bewerber zu Gemeinschaftsschulen?

Wie kann der Einzelhandel in den Stadtteilen unterstützt werden, um dort keine großen Leerstände zu bekommen?

Wo und wie kann bezahlbarer Wohnungsbau entstehen; inwieweit sind die einzelnen Baugesellschaften einzubeziehen?

Welche Vorzüge sollen gewährt werden, damit Pforzheim für junge Familien attraktiv wird?

Wie kann der öffentliche Personen-Nahverkehr noch besser ausgebaut und vernetzt werden?

Ist der bestehende Gewerbesteuersatz angemessen; Konsequenzen daraus?

Und die Grundsteuer – bleibt sie die Melk-Kuh, wenn die Stadtverwaltung nicht ordentlich mit dem Geld umgeht?

Soll mehr – und wenn ja: welches – Gewerbe angesiedelt werden, eventuell auch produzierendes Gewerbe?

Mehr Gewerbe bedeutet veränderte und verbesserte Infrastruktur; die neuen Industriegebiete sind zurzeit sehr schlecht zugänglich; wie können Zufahrtswege optimiert werden?

Muss man völlig unnötige Spielcasinos in den äußeren Stadtteilen akzeptieren?

Die Parksituation in manchen Stadtteilen sollte deutlich verbessert werden – Ideen dazu?