nach oben
28.11.2017

Büscher ringt um Häcksel-Konsens

Es ist ein Thema, das seit Jahren vor allem die Bürger in den Höhenstadtteilen bewegt: die fehlenden Häckselplätze. Wie berichtet, war das Pforzheimer Grünzeug lange still geduldet auf den Deponien im Enzkreis – das ist seit Monaten vorbei.

Ebenso lange ringt die Stadtverwaltung um eine mögliche Lösung zur Mitnutzung der Deponien der Nachbargemeinden. Auch auf Drängen der Ortschaftsräte. Denn aus den Randlagen ist der Weg zur Deponie auf dem Hohberg ein weiter.

Das Problem: Die Kosten für die Unterhaltung der Häckselplätze im Enzkreis werden über die Müllgebühren auf die Einwohner der Gemeinden umgelegt. In Pforzheim wäre dies nicht möglich. Zu viele Bewohner hätten mangels Garten überhaupt keinen Bedarf an solchen Abgabestellen. Der Erste Bürgermeister Dirk Büscher ist nun bereits seit Monaten im Gespräch mit dem Enzkreis sowie den Gemeinden Neuhausen und Engelsbrand. Es gebe „Bereitschaft zur Zusammenarbeit“, so Büscher. Eine Lösung scheint aber noch immer fern.

Kosten erschienen sehr hoch

Der Stadt sei eine „überschlägige Kostenberechnung“ vorgelegt worden. Da diese „sehr hoch erschien“, müsse darüber noch einmal geredet werden, so Büscher. Der Kreis verlangt nach PZ-Informationen 30 000 Euro Benutzungsgebühr. Da war der frühere Baudezernent Alexander Uhlig noch auf einem besseren Weg: Er hätte sich mit Engelsbrand auf 6000 Euro im Jahr geeinigt.

Vor etwa vier Wochen habe laut Büscher das letzte Gespräch mit den Umland-Kollegen stattgefunden. Zu klären sei nach wie vor der entscheidende Punkt der Kosten für die Mitbenutzung – und die Frage, wie diese auf die einzelnen Nutzer umgelegt werden könnten.

Das Amt für Abfallwirtschaft des Kreises sowie die Technischen Dienste der Stadt seien gebeten worden, die Kosten genau zu ermitteln. Laut Büscher „nicht einfach“, denn „es spielen viele Faktoren rein“. Auf einen Zeitraum der Lösungsfindung will er sich nicht festlegen. Nur so viel: „In den nächsten Wochen“ erwarte er Ergebnisse zur Kostenermittlung und Transparenz, die klären sollen, ob eine weitere Verfolgung der Beteiligung finanziell überhaupt realistisch sei. Weitere Gespräche sollen dann ergeben, ob „wir bereit sind, das politisch weiterzutragen – oder ob wir sagen, das ist nur schwer abbildbar.“ Fest steht: Wenn überhaupt, werde es erst einmal einen zeitlich begrenzten Testlauf geben. Gleichzeitig werde auf Pforzheimer Gemarkung weiter nach einem möglichen Standort gesucht – bislang ohne Erfolg. „Der Naturschutz macht uns bei vielen Sandorten relativ schnell einen Strich durch die Rechnung“, erklärt Büscher.