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Oberbürgermeister Peter Boch (vorne, rechts), Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff (links) und Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer (Mitte) freuen sich über die Unterstützung durch die Soldaten. Stadt Pforzheim, Ella Martin 

Bundeswehrsoldaten wirken bei Testungen in Pforzheimer Pflegeheimen mit

Pforzheim. 13 Soldaten des in Donaueschingen stationierten Jägerbataillons 292 testen künftig in den Pforzheimer Pflegeheimen die Besucher. Ihren ungewöhnlichen Einsatz im Kampf gegen das Corona-Virus startet die Bundeswehr am heutigen Donnerstag. Voraussichtlich drei Wochen lang werden sie in den Pflegeheimen in der Goldstadt bleiben.

Dort ist die militärische Unterstützung bei den Schnelltests sehr willkommen: „Das Pflegepersonal in den Heimen ist derzeit stark gefordert“, sagt Oberbürgermeister Peter Boch. „Mit den Schnelltests der Besucher, die direkt vor Ort in den Heimen durchgeführt werden, wird das dortige Personal entlastet. Ein Stück Normalität kann in die Heime zurückkehren.“ Das sei enorm wichtig.

Neben der derzeit laufenden Impfkampagne in Pflegeheimen handele es sich um einen ganz wesentlichen Baustein „zum Schutz der verletzlichsten Gruppen in unserer Gesellschaft“, so der Rathauschef weiter.

Schnelles Testergebnis

Wolfgang Raff, Leiter des für die Heimaufsicht zuständigen Ordnungsamts, ergänzt: „Bei einem negativen Testergebnis können die Besucher davon ausgehen, das Virus nicht in das Heim zu tragen. Ich freue mich, dass meine Mitarbeiterinnen die umfangreichen Vorarbeiten und Abstimmungen für diese Aktion erfolgreich leisten konnten.“ Nur 15 Minuten benötige es, bis das Testergebnis vorliege, erklärt der Ordnungsamtsleiter weiter.

Die Heime stellen die Corona-Schnelltests sowie die persönliche Schutzausstattung für die Soldaten und Besucher bereit. Auf ihre neuen Aufgaben wurden die Jägersoldaten aus Donaueschingen, die zum multinationalen Verband der deutsch-französischen Brigade gehören, umfassend vorbereitet. Ein Koordinator des Kreisverbindungskommandos für den Stadtkreis Pforzheim steuert den Einsatz der militärischen Helfer.

Erst am vergangenen Samstag hat Feuerwehrkommandant und Katastrophenschutzleiter Sebastian Fischer den von der Heimaufsicht vorbereiteten Hilfeleistungsantrag an das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr gestellt. Bereits am Sonntagmittag hat das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin positiv über den Antrag entschieden.

Dank von Boch

Bei der Begrüßung im Rathaus dankte Oberbürgermeister Boch der Bundeswehr für die Unterstützung, die ein klarer Beweis dafür sei, dass alle gesellschaftlichen Kräfte bei der Bewältigung der Pandemie an einem Strang ziehen müssten.

Vielfältige Kooperation

„Wir müssen im Kampf gegen die Coronaviren alle Register ziehen“, so der OB. Gerade zum Schutz hochbetagter Mitbürger dürfe nichts unversucht gelassen werden, denn in dieser Altersgruppe komme es viel häufiger zu schweren Verläufen, die oftmals lebensbedrohlich sind. „Sie können daher stolz auf das sein, was Sie hier leisten“, sagte der Rathauschef zu den Soldaten.

Im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit unterstützt die Bundeswehr die Stadt Pforzheim und das Landratsamt Enzkreis auf vielfältige Weise. Neben der Bereitstellung von Lagerhallen für die umfangreiche Schutzausrüstung stellt die Bundeswehr auf Antrag Personal für die Kontaktnachverfolgung für das gemeinsame Gesundheitsamt und in den Seniorenheimen bereit.