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© Feuerwehr Pforzheim
31.12.2015

Burger King zerstört: Feuerwehr und THW mussten Teil des Gebäudes abreißen

Der Leiter der Franchise-Kette, der ungenannt bleiben möchte, steht am Morgen nach dem Brand fassungslos vor den Trümmern der „Burger King“-Filiale auf der Wilferdinger Höhe. Eigentlich wollte er expandieren und ein zweites Schnellrestaurant eröffnen, sagt er. Nun ist das Gebäude an der Karlsruher Straße fast vollständig zerstört. Der Schaden am Gebäude beläuft sich auf 300.000 Euro, weitere 300.000 Euro war das Inventar wert. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Gäste und Mitarbeiter konnten von Polizeikräften rechtzeitig und unverletzt ins Freie gebracht werden. Auch am Silvestertag musste die Feuerwehr noch Nachlöscharbeiten durchführen.

Bildergalerie: Einsturz-Gefahr: Feuerwehr und THW reißen Gebäude-Teil bei Burger King ab

Bildergalerie: Polizei sucht im Burger King nach der Brandursache

Von „Burger King“ heißt es, dass der Franchisenehmer den Wiederaufbau des Restaurants plant. Dagegen ist die genaue Brandursache einen Tag nach dem Unglück weiter unklar. „Wir gehen allerdings davon aus, dass es sich um einen technischen Defekt am Abluftsystem handelte“, sagt Fritz Bachholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Bereits in der Brandnacht am Dienstag schien klar zu sein, dass das Feuer in einer Dunstabzugshaube entstanden ist. Brandstiftung liege nach ersten Ermittlungen nicht vor – zumal das Feuer während des Gaststättenbetriebs ausgebrochen ist. Klarheit soll ein Sachverständiger bringen.

Warten auf Sachverständigen

Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig: Weil das Gebäude einsturzgefährdet ist, kann der Brandort nur kurzzeitig betreten werden. Beamte der Kriminalpolizei brechen die Spurensicherung im Inneren des Gebäudes zunächst ab – und warten auf einen Sachverständigen. „Aufgrund des Zerstörungsgrades muss geklärt werden, ob die Statik eine längere Begehung überhaupt erlaubt“, so Polizeisprecher Dieter Werner. Zudem liege überall Schutt herum.

Bildergalerie: Vollbrand zerstört Burger King auf WiHö in Pforzheim - 1

Meterhohe Flammen schlugen den Feuerwehrleuten beim Brand im Burger King auf der Wilferdinger Höhe entgegen. Noch in diesem Sommer könnte hier ein Neubau hochgezogen werden.

Bildergalerie: Vollbrand zerstört Burger King auf WiHö in Pforzheim - 2

Die Burger King Filiale auf der Wilferdinger Höhe ist bei einem verheerenden Brand nahezu vollständig zerstört worden.

Erst kurz vor 6 Uhr ist die Feuerwehr am Mittwochmorgen vom Brandort abgerückt – nach beinahe zwölfstündigem Einsatz. Wenig später kehrt sie zurück: Kleine Glutnester müssen im Laufe des Vormittags gelöscht werden. Jetzt wird in Abstimmung mit der Polizei auch im Hinblick auf die Silvesternacht und die Feiertage mit Hilfe eines Radladers des THW ein Gebäudeteil abgerissen um die noch vorhandenen Glutnester endgültig abzulöschen. An Silvester ist die Feuerwehr mit 15 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen vor Ort. Das THW ist mit drei Fahrzeugen und sieben Einsatzkräften im Einsatz.

Und was ist mit den Mitarbeitern? „Burger King“ schreibt in einer Stellungnahme: „Für die Übergangsphase wird der Franchisenehmer an einer entsprechenden Lösung arbeiten.“ Eigene Hilfsangebote nennt das Unternehmen nicht. Der Pächter geht davon aus, dass die Versicherung für die Fortzahlung der Löhne aufkommt. Er selbst möchte sein Lokal so schnell wie möglich wieder eröffnen. Eventuell sogar schon in zwei Monaten, stellt er in Aussicht. Der Bau inklusive Fundament dauere gerade einmal zwei Wochen. Sobald alles freigegeben ist, will er mit den Abrissarbeiten beginnen.

Zahlreiche Schaulustige fanden sich bereits in der Brandnacht bei der Unglücksstelle an. Doch diese hätten durch die Trennung durch die Straße und Absperrungen die Löscharbeiten nicht behindert, so Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer. Anders sei dies häufig bei Verkehrsunfällen, wenn Gaffer Spuren und Platz blockierten oder sogar Opfer fotografierten, so Fischer. „Das geht nicht.“

Hier lesen Sie die gesammelten Infos zur Brandnacht: >>> Einsturzgefahr im Burger King erschwert Suche nach Brandursache <<<

Routine für die Feuerwehr – trotz naher Tankstelle

Wenn es neben einer Tankstelle brennt, kann es Laien leicht mulmig werden. Doch Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer gibt auf PZ-Nachfrage Entwarnung. Zum einen habe diese in einigem Abstand gelegen, zum anderen verfügten Tankstellen über entsprechende Vorrichtungen. „Im Notfall lassen sich die Tanks mit Magnetventilen verschließen“, so der Diplom-Ingenieur – dann sind in den Boden eingelassenen Tanks abgeschottet. Die Unterbrechung der Gaszufuhr durch die Stadtwerke sei ein Nebeneffekt gewesen. Nicht jedes Gebäude verfüge über einen Schieber – und so war bei der Abschaltung des Burger King auch die Tankstelle betroffen. Aus Fischers Sicht hatten er und seine fünf Dutzend Kollegenes mit „einen ausgedehnten Dachstuhlbrand“ zu tun. „Stark und schnell“, aber gut zu bewältigen – ohne große Evakuierung, ohne Verletzte.

Brandmeldung verbreitet sich im Netz rasend schnell

Es war 17.53 Uhr, als am Montag der erste Alarm bei der Feuerwehr einging: Brand im Burger King! Acht Minuten später veröffentlichte Pascal Leist in der Facebook-Gruppe „Pforzheimer Blitzer“ ein erstes Foto, dazu der Hinweis: „Burger king wilferdinger Höhe brennt“. In den nächsten Minuten folgten in verschiedenen Gruppen Spekulationen – mal über Verletzte, mal darüber, dass das Gebäude eingestürzt sei. Erste gesicherte Informationen veröffentlichte schließlich PZ-news.de, da war es 18.22 Uhr: Vollbrand, aber keine Verletzten – zum Glück. Rasend schnell wurden die entsprechenden PZ-Meldungen auf Facebook verbreitet, bis gestern Abend wurden sie über 1200 Mal geteilt und fast 750.000 Mal gesehen. Der Artikel auf PZ-news hatte über 115.000 Leser, die Bilder und Videos insgesamt fast 500.000 Klicks.

Einen Überblick über die großen vergangene Brände in Pforzheim und der Region finden PZ-Plus-Leser hier.

 

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