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. . . die Bäderlandschaft der Stadt ist großteils marode . . .
. . . die Bäderlandschaft der Stadt ist großteils marode . . .
. . . die Dezernenten Roger Heidt und Alexander Uhlig räumen ihre Plätze neben Sozialbürgermeisterin Monika Müller und Oberbürgermeister Gert Hager (von links).
. . . die Dezernenten Roger Heidt und Alexander Uhlig räumen ihre Plätze neben Sozialbürgermeisterin Monika Müller und Oberbürgermeister Gert Hager (von links).
Rechtsstreit für den Stadtverkehr? Die Stadtpolitik hat einen Monat Zeit, darüber zu befinden. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Rechtsstreit für den Stadtverkehr? Die Stadtpolitik hat einen Monat Zeit, darüber zu befinden. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Bernd Mellenthin
Bernd Mellenthin
12.01.2016

Busse und Bäder: tragischer Ausfall in entscheidender Phase

Es ist eine kurze Meldung der Stadtverwaltung, die persönlich betroffen macht und eine enorme Tragweite für die Kommunalpolitik und die Arbeit im Rathaus hat. Der Werkleiter des Eigenbetriebs Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe Bernd Mellenthin (51) werde seine Aufgaben in den kommenden Monaten aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen können, heißt es in der Mitteilung. Dessen Stellvertreter Jörg Rompca werde Mellenthins Aufgaben übernehmen – „bis zu seiner Wiederkehr“.

Erst im April vergangenen Jahres hatte der bisherige Chef der Pforzheimer Verkehrsbetriebe auch die Leitung der Goldstadtbäder übernommen. Beide Bereiche sind aktuell die größten Baustellen in der Stadt. Jeden Tag wird die wegweisende Entscheidung des Regierungspräsidiums in Karlsruhe dazu erwartet, wie es mit dem Stadtverkehr Pforzheim (SVP) weitergeht. Und das Emma-Jaeger-Bad ist wie Huchenfelds Bad derzeit wegen baulicher Mängel geschlossen. Im Frühjahr sollen sie für eine Übergangszeit wieder zu nutzen sein, doch Entscheidungen über langfristige Lösungen stehen noch aus.

Aufgaben, Abgänge, Derivate

Es ist nicht die einzige Führungsaufgabe im Rathaus, deren Zuordnung akute Probleme bereitet. Das Amt des Kämmerers ist seit dem Ausscheiden von Susanne Weishaar unbesetzt. Der kommissarische Leiter Konrad Weber wird in diesem Jahr durch den Derivate-Prozess in Mannheim, für den 34 Verhandlungstage angesetzt sind, immer wieder gebunden sein. SVP-Chefin Claudia Wiest hat wie zwei weitere Mitglieder der Geschäftsleitung gekündigt. Und nicht zuletzt wird bereits im späten Frühjahr Baubürgermeister Alexander Uhlig, Ende August dann der Erste Bürgermeister Roger Heidt ausscheiden, dessen Dezernat Busse und Bäder zugeordnet sind. Entsprechend betroffen reagiert Heidt, den die Nachricht von Mellenthins Erkrankung vorgestern ereilte.

Noch kurz vor Weihnachten habe er mit ihm über die neue Führungsstruktur im gemeinsamen Eigenbetrieb gesprochen. Dieser Tage sollte die endgültige Abstimmung erfolgen. Er sei „sehr optimistisch“, eine gute Interimslösung zu finden, in dem die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werde. Durch den „engsten Kontakt“ zu Oberbürgermeister Gert Hager sowie zur rathausinternen Koordinations- und Steuerungsgruppe laufe der Abstimmungsprozess politisch wie operativ gut. Heidt betont aber auch, dass unterhalb der Führungsebene Personal nachgeführt werden müsse, um jene Mitarbeiter, die nun verstärkt eingebunden würden, anderweitig zu entlasten. Auch für die Leitung des SVP sei zeitnah eine Lösung zu erwarten. Er habe den Ehrgeiz, gemeinsam mit seinem Team die Aufgaben bei Bussen und Bädern bis zum Sommer so weit voranzubringen, „dass sie auf der Schiene sitzen“.

Auch der städtische Sprecher Michael Strohmayer betont, dass auf das Rathaus-Team nun große Belastungen zukommen: „Wir alle werden noch mehr ranmüssen.“ Es habe keinen Sinn, für die Zeit der Vakanz etwaige Führungspersonen zu suchen und einzulernen. Jörg Rompca sei ein hervorragender und gut eingearbeiteter Mitarbeiter. In der Verwaltung werde „miteinander und füreinander“ gearbeitet: „Da ist niemand allein.“ Es gebe etliche Personen, die bei den großen aktuellen Aufgaben bereits eine exponierte Rolle gespielt hätten. „Wir gehen davon aus, dass wir das packen“, sagt Strohmayer. Gegebenenfalls müsse man in untergeordneten Hierarchien Personal aufstocken. Jeder hoffe und gehe davon aus, dass Mellenthin schnellstmöglich wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren könne. „Bis dahin werden wir das Möglichste tun, um ihn möglichst gut zu vertreten“, sagt Strohmayer.

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