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Östlich der Ottersteinschulen – aus dieser Perspektive also rechts – soll eine Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Fotos: Walter
Östlich der Ottersteinschulen – aus dieser Perspektive also rechts – soll eine Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Fotos: Walter
Das an der Julius-Naeher-Straße geplante Flüchtlingsheim wird die bestehenden Häuser deutlich überragen.
Das an der Julius-Naeher-Straße geplante Flüchtlingsheim wird die bestehenden Häuser deutlich überragen.
21.10.2016

CDU steht zu dem Beschluss, kleine Asylheime zu errichten

Pforzheim. Die Aussagen von CDU und Stadtverwaltung lassen keinen Zweifel offen: Die Asylunterkünfte an der Julius-Naeher-Straße und am Nagoldhang sollen realisiert werden. Doch an den Plänen, was genau wo und wie gebaut wird, kann sich noch einiges ändern.

„Wir halten grundsätzlich an den beiden Standorten fest“, sagt Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD). Vor drei Wochen hatte die CDU im Planungsausschuss dafür gesorgt, dass der nächste Planungsschritt hin zu den Unterkünften am Sonnenberg sowie zwischen Rodgebiet und Dillweißenstein von der Tagesordnung genommen wird. Bisher habe die Union nicht mitgeteilt, worin der angekündigte „Klärungsbedarf“ konkret besteht, so Müller.

Für die CDU-Fraktion betont Stadtrat Andreas Herkommer: „Wir rütteln nicht an den 40er-Standorten.“ Schließlich habe er bei der Abstimmung im Februar 2015 für die neun kleinen Unterkünfte, die über die Stadt verteilt entstehen, seine Hand gehoben. „Aber ob die Verwaltung meinen ganzen Arm nehmen muss, wenn ich ihr die Hand reiche, ist die andere Frage.“

Kritik am zweiten Gebäude

Damit meint er unter anderem den zweiten Bau, ein Wohngebäude mit zwölf Wohnungen, der zwischen der Asylunterkunft am Nagoldhang und den Ottersteinschulen entstehen soll. „Das habe ich nicht beschlossen“, betont Herkommer. Eltern befürchten, dass die Fläche verloren geht, die später für einen Ausbau der Schulen benötigt werden könnte. Das Liegenschaftsamt hatte mitgeteilt, dass trotz der geplanten Bauten noch 3300 Quadratmeter zur Verfügung stünden – ein Wert, den Eltern bezweifeln. „Das Plangebiet umfasst circa 3000 Quadratmeter“, heißt es im vertagten Entwurf des Bebauungsplans über die beiden Häuser am Nagoldhang. Nur für das Asylheim waren 900 Quadratmeter veranschlagt worden.

„Wir haben mehr Schüler denn je“, gibt Herkommer zu bedenken. „Wir sollten jetzt nicht ohne Not etwas beschließen, was uns in einigen Jahren bei der Schulentwicklung Probleme bereitet.“ Komme nur das Asylgebäude, sei vorstellbar, dass dieses in Skelettbauweise erstellt werde. So könnten nach dem Auszug der Flüchtlinge Innenwände entfernt und das Gebäude von den Schulen genutzt werden. Der freie Architekt betont, dass dies seine eigene Meinung ist. Über konkrete Vorschläge der CDU müsse noch innerhalb der Fraktion diskutiert werden. Die Fragen, die sich daraus ergeben, werde man „in ein bis zwei Wochen bei der Verwaltung einreichen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Carsten von Zepelin.

In diesem Schreiben wird auch die angedachte Unterkunft an der Julius-Naeher-Straße Thema sein. An kaum einem anderen Standort rückt der geplante Bau den Anwohnern so sehr auf die Pelle, moniert Herkommer – was sich bestätigt, wenn man die dortigen Pläne mit anderen Flüchtlingsheimen wie an der Tiefenbronner Straße oder der Wilhelm-Lenz-Straße vergleicht. Auch am Sonnenberg gibt es für Herkommer verschiedene Möglichkeiten, über die man diskutieren müsse: etwa eine Spiegelung des Baukörpers, eine leichte Verlegung oder der Verzicht auf einen Block.

Im Vergleich zu früheren Plänen war die Verwaltung den Nachbarn entgegengekommen und hatte die Anordnung und Höhen der Gebäudeteile verändert. Da deren Häuser tiefer liegen und deutlich kleiner sind als der geplante Bau, sehen sie jedoch weiterhin Beeinträchtigungen. In mehreren Schreiben hatten sie sich daher an die Stadträte gewandt. „Aus dem Gemeinderat heraus gab es hierzu nach der Sitzung des Planungsausschusses aber keine Nachfragen mehr“, sagt Müller. Sie gehe davon aus, dass der Gemeinderat am 15. November über die beiden Unterkünfte entscheiden kann.