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Sie scheitern an sich selbst: „Die Mutter“ (Elke Strahler-Pohl) und ihr vergifteter Sohn Jan (Lothar Müller) in einer szenischen Probe für „Das Missverstädnis“ auf der Studiobühne des Kulturhauses Osterfeld.

Camus‘ „Missverständnis“ hat am Samstag im Kulturhaus Premiere

Pforzheim. Letzte Kostümänderungen, und szenische Proben: Sieben Mitglieder des Amateurtheatervereins Pforzheim führen am Samstag unter Regie von Susanne Lehmann die Premiere des Stücks „Das Missverständnis“ von Albert Camus im Kulturhaus Osterfeld auf.

Es ist die dritte Produktion in diesem Jahr. Der Mix aus Profis (Schauspielerin Ariane Beeskow spielt die Tochter Martha) und Laien (Elke Strähler-Pohl, Regine Hahn, Dino Fejzagic, Lothar Müller, Vivien Lutz und Werner Wischnowski), das düstere Thema und die Besetzung der Rolle der Mutter und die des Sohns Jan mit je zwei Laien charakterisieren diese Inszenierung. Susanne Lehmann, die auch als Schauspielerin arbeitet, hat in den vergangenen Jahren bereits drei Produktionen (etwa King Kongs Töchter, 2015) im Osterfeld realisiert. Das  neue Stück reize sie trotz des unerbittlichen und von Anfang an absehbaren Endes, weil der Zuschauer bis zuletzt hoffe, dass es gut ausgehe. Denn in einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und töten sie anschließend, um mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Jan (Sohn und Bruder) kehrt nach 20 Jahren unerkannt zurück. Er will erkannt werden. Doch die beiden Frauen sehen in ihm nur das lukrative Opfer. Erst die Papiere des Ermordeten enthüllen ihnen die Wahrheit, da ist es bereits zu spät. Die Tochter hat ihn vergiftet. Mitten im Zweiten Weltkrieg im von Deutschland besetzten Frankreich entstanden, ist es ein Drama über Aufrichtigkeit und Auflehnung und damit heute genauso aktuell wie bei der Uraufführung 1944 in Paris. Die Rolle des Sohns und der Mutter doppelt zu besetzen, schaffe Raum für Interpretation, erklärt Lehmann. Und verändere den Blickwinkel des Zuschauers permanent. Für Lehmann hat das düstere Stück auch leichte Momente und die versucht sie, dramaturgisch gut zu nutzen.

Die Premiere ist am Samstag, 4. Mai, um 19 Uhr im Studio. Eintritt: Vorverkauf zwölf Euro, ermäßigt 9,10 Euro, an der Abendkasse 13 Euro und zehn Euro.