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22.03.2019

Caritas: Geplantes Demenzzentrum ist ein Politikum

Pforzheim. Zu dem umstrittenen Bauvorhaben eines Demezzentrums an der Irenicusstraße nimmt nun auch der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Pforzheim Stellung. Der Gestaltungsbeirat hatte in einer ersten kritischen Beurteilung Nachbesserungen vom Investor gefordert. Dieser hatte daraufhin unter anderem die Zimmerzahl reduziert, um das Projekt baulich zu verbessern. Bei der zweiten Vorlage im Gremium gab es keine weiteren Auflagen, da das Projekt mit dem Baurecht korrespondiert.

Caritasdirektor Frank Johannes Lemke kritisiert die Planung an der Irenicusstraße aufgrund der knappen räumlichen Verhältnisse. Insbesondere ein notwendig großes Freigelände benötige mehr Flächen als diese am Planungsstandort vorhanden sind, so Lemke. Überhaupt sehe er diesen Standort, eingekesselt zwischen dicht besiedelten Wohngebäuden auf der einen Seite und einem Industriegebäudekomplex auf der anderen Seite, getrennt durch eine stark befahrene Straße, als den denkbar ungünstigsten Standort für eine so wichtige soziale Einrichtung an.

Kommune in der Pflicht

Für Lemke drücke sich in dieser Planung ein hohes Maß von Ahnungslosigkeit und Desinteresse am Wohlergehen für einen so sensiblen Personenkreis wie es Menschen mit Demenz sind, aus. Schließlich erwarte er auch von einer kommunalen Altenhilfeplanung, dass diese mit besonderer Sensibilität auf die Auswahl von Standorten für eine derart spezielle Wohnform Einfluss nimmt.

Lemke wünscht sich, dass sich nun die Kommunalpolitik dieses sensiblen Themas annimmt. Schließlich habe der Gesetzgeber den Kommunen die Sorge für Senioren und Menschen mit Behinderung in besonderer Weise anvertraut. Nun gelte es, diese Verantwortung für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung wahrzunehmen, so Lemke.