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Freuen sich über das Doppeljubiläum: Mark Hammer, Gabriele Marquardt, Annemarie Schreiber und Frank Johannes Lemke (von links).  Foto: Privat
Freuen sich über das Doppeljubiläum: Mark Hammer, Gabriele Marquardt, Annemarie Schreiber und Frank Johannes Lemke (von links). Foto: Privat
05.11.2017

Caritas blickt auf 40 Jahre Sozialstation und zehn Jahre Gerontopsychiatrische Betreuungsgruppe zurück

Pforzheim. Zwei runde Anlässe haben Gäste ins Walter-Geiger-Haus geführt. Dort feierte die Caritas 40 Jahre Sozialstation sowie das zehnjährige Bestehen der Gerontopsychiatrischen Betreuungsgruppe. „Es ist ein Jubeltag“, betonte der Vorstandsvorsitzender Frank Johannes Lemke und hatte bei der Betreuungsgruppe für Demenzerkrankte vor allem die Entlastung der Angehörigen vor Augen. Zur Sozialstation betonte er, dass durch den ambulanten Dienst viele ältere Menschen, die auf Pflege und Hilfe angewiesen seien, in den eigenen vier Wänden bleiben könnten.

Über die Anfänge der Sozialstation berichtete Annemarie Schreiber, die im Oktober 1977 deren erste Pflegedienstleiterin wurde. In der Dienstgemeinschaft wurden die Krankenpflegestationen der katholischen Pfarrgemeinden der Stadt zusammengefasst. Der Caritasverband Pforzheim war zu jener Zeit der einzige Träger einer solchen Einrichtung innerhalb der Erzdiözese Freiburg. Im Bereich der Kranken- und Altenpflege waren sechs Ordensschwestern tätig. „Als besonders angenehm empfand ich, dass wir uns viel Zeit für die Patienten nehmen konnten“, sagte Schreiber.

Seit der Gründung hat sich die Arbeit ständig ausgeweitet. 1978 betrug die Zahl der Hausbesuche bereits 18 338. „2016 kamen rund 56 000 Einsätze zustande, dies bedeutet im Schnitt 155 Einsätze pro Tag“, sagte Pflegedienstleiter Michael Seidel. Heute betreuen 45 Mitarbeiter rund 420 Kunden. „Die Kluft zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit wird immer größer“, prangerte Seidel an und verwies auf Bürokratie, Gesetze und Vorschriften. Dennoch stehe der Mensch nach dem Grundsatz der christlichen Nächstenliebe stets im Vordergrund. Mark Hammer, Leiter des Walter-Geiger-Hauses, wünschte sich neben dem Abbau von Bürokratie auskömmliche Leistungsentgelte im Bereich der medizinischen Behandlungspflege.

Dass die Gerontopsychiatrische Betreuungsgruppe, die sich mittwochs im Haus trifft, ein Segen für Demenzerkranke und deren Angehörige ist, wurde bei der Feierstunde mehrfach deutlich. Gabriele Marquardt, ehemalige Leiterin der Tagespflege, führte mit viel Herz in die Welt der Betroffenen, die überwiegend im Jetzt leben, ein. „Die Vergangenheit verschwindet, und die Zukunft bricht weg“, betonte Marquardt. Was häufig bleibe, seien Gefühle und eine enorme Belastung für Betroffene und deren Angehörige. Auch diese werden durch die Betreuungsgruppe unter der Leitung von Ergotherapeutin Kerstin Kreutel, die von Ehrenamtlichen unterstützt wird, entlastet.