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Christian Stang ist für seine Verdienste bei der Deutschen Sprache ausgezeichnet worden.
Christian Stang ist für seine Verdienste bei der Deutschen Sprache ausgezeichnet worden.
19.01.2011

Christian Stang erhält Verdienstmedaille

PFORZHEIM. Für seine Verdienste um die deutsche Sprache hat das Bundespräsidialamt dem PZ-Autor Christian Stang jetzt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Hierbei handelt es sich um die höchste bundesdeutsche Auszeichnung, die dem 35-jährigen Regensburger zum gegenwärtigen Zeitpunkt zuteil werden kann. Für die nächste Ordensstufe – das Bundesverdienstkreuz – ist ein Mindestalter von 40 Jahren erforderlich. In der Kolumne „Korrekt“ verdeutlicht Christian Stang immer samstags im Magazin der „Pforzheimer Zeitung“ den Umgang mit der deutschen Rechtschreibung.

Wenn jemand „Silvester“ mit „y“ schreibt, „das“ und „dass“ verwechselt oder gar aus dem „Rentier“ ein „Renntier“ macht, dann blutet das Herz von Christian Stang: Der 35-jährige Regensburger hat sich in den vergangenen Jahren weit über seine Heimat Ostbayern hinaus einen Namen als Deutschlands Rechtschreib-Papst gemacht. Mehr als 20 Bücher zur deutschen Rechtschreibung hat Christian Stang bereits auf den Markt gebracht. Seine Mission will er erst beenden, wenn auch der Letzte verstanden hat, dass „das Gleiche“ und „dasselbe“ nicht ein und dasselbe sind. Schon seit der Grundschulzeit begeistert er sich für seine Muttersprache. Bis heute hat er sich seine Leidenschaft bewahrt. Wenn „Mister Duden“ auf das Thema Rechtschreibung zu sprechen kommt, dann beginnen seine Augen zu funkeln. „Sprache ist faszinierend“, sagt er. Schon mit zehn Jahren stöberte er in Bibliotheken. Später begann er, seine Nachmittage nach der Schule oder der Arbeit ganz und gar jenem Thema zu widmen, mit dem sich viele Deutsche schwertun: der korrekten Schreibung.

Der Rechtschreib-Fan begann, ein Sprachbuch nach dem anderen nach Feierabend zu verschlingen. Und siehe da: „In einem Rechtschreibwerk fand ich eine Reihe von Fehlern“, erinnert er sich. Das, so sagt Christian Stang heute, wollte er auf keinen Fall so stehen lassen – und wandte sich direkt an den Verlag. Da staunten sogar die berufsmäßigen Experten: Ein Jugendlicher aus Regensburg war schlauer als die gesamte Redaktion. Stang: „Der Verlag hat mich kurze Zeit später gefragt, ob ich nicht Lust hätte, selbst ein Buch über bestimmte Bereiche der Rechtschreibung zu schreiben.“ Das war 1993 – Dem Debütwerk folgten bis heute inzwischen rund 25 Bücher für die führenden deutschen Rechtschreibverlage. Darunter auch ein absoluter Bestseller. Christian Stangs Ratgeber „Duden: Deutsche Rechtschreibung – kurz gefasst“ hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als 60000-mal verkauft. Seit März ist der Longseller in völlig überarbeiteter Form unter dem Titel „Duden Praxis kompakt – Deutsche Rechtschreibung“ im Buchhandel erhältlich. Der Name Christian Stang ist inzwischen bei Sprachwissenschaftlern und Germanisten ein Begriff – auch, weil der Regensburger ein Exot ist: Ohne Germanistikstudium, ohne Promotion und Professorentitel schaffte er es zum „Rechtschreib-Papst“ – ehrenhalber. Der Regensburger hat eine klare Vision: „Ich will Sprache und Rechtschreibung in lockerer, verständlicher Form präsentieren.“

Schon seit über 15 Jahren frönt der Postobersekretär mittlerweile nach Dienstschluss, am Wochenende und im Urlaub seiner Leidenschaft: dem Lesen, Korrigieren und Rezensieren fremder sowie dem Verfassen seiner eigenen Bücher.