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Animationen zeigen die Dimension der geplanten Waldrapp-Voliere. Christine Stavenhagens bisheriger Stellvertreter Christoph Meißner (Mitte) will gemeinsam mit dem Wildpark-Förster Carsten Schwarz (links) und Baubürgermeister Alexander Uhlig alles daran setzen, die Erfolgsgeschichte des Parks fortzuschreiben.  Foto: Seibel
Animationen zeigen die Dimension der geplanten Waldrapp-Voliere. Christine Stavenhagens bisheriger Stellvertreter Christoph Meißner (Mitte) will gemeinsam mit dem Wildpark-Förster Carsten Schwarz (links) und Baubürgermeister Alexander Uhlig alles daran setzen, die Erfolgsgeschichte des Parks fortzuschreiben. Foto: Seibel
Christine Stavenhagen . Foto: Ketterl
Christine Stavenhagen . Foto: Ketterl
23.12.2015

Christine Stavenhagens Werk im Pforzheimer Wildpark wirkt fort

Pforzheim. Alle drei haben das Wirken des Wildpark-Fördervereins von Beginn an unterstützt. Alle drei sind bestürzt und traurig, dass ihnen die treibende Kraft nicht mehr zur Seite steht. „Ein Riesenloch“ habe der Tod der Vereinsvorsitzenden Christine Stavenhagen gerissen, sagt der stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeister Christoph Meißner im gemeinsamen PZ-Gespräch mit Wildpark-Förster Carsten Schwarz und Baubürgermeister Alexander Uhlig.

Dennoch sei der Tenor im Förderverein einhellig. „Bei aller Bestürzung und Niedergeschlagenheit: Wir machen weiter – im Sinne von Frau Stavenhagen.“ Einsatz ist gefragt, denn im Wildpark stehen beispiellose Projekte an.

Respekt und Bewunderung schwingen in den Erzählungen mit. Etwa wenn Uhlig daran erinnert, wie er die CDU-Stadträtin vor neun Jahren „unter Vorspiegelung falscher Tatsachen“ für den Vorsitz dieses neu gegründeten Vereins gewann, der sich als arbeitsintensiver entpuppte als prognostiziert. „Christine hat etwas gefunden, was ihr Spaß gemacht und ihr entsprochen hat“, sagt Uhlig: „Sie war die Idealbesetzung.“ Erst jüngst hätten sie vereinbart, den ruhigeren Jahreswechsel zu nutzen, um Aufgaben im Detail zu besprechen, berichtet Meißner. „Wenn mal was wäre, falls einer krank würde – als ob man es geahnt hätte.“ Die Zeit dafür blieb nicht. Am 12. November ist Christine Stavenhagen 73-jährig völlig überraschend gestorben.

Bereits kurz darauf sei in einer ohnehin anberaumten Vorstandssitzung eben jener Beschluss zum Weitermachen gefasst worden. Schließlich hat der Verein gemeinsam mit der Stadt das bislang größte Projekt vor der Brust.

Im Frühjahr will der Förderverein in die Offensive gehen und weitere Sponsoren suchen für die Waldrapp-Voliere. Mit Kosten von insgesamt 800 000 Euro rechnen Verwaltung und Verein, 100 000 fehlen noch. Gibt auch der Gemeinderat den Segen, könnte im Herbst Spatenstich sein.Eine Bauzeit von gut einem halben Jahr ist für die Waldrapp-Voliere angesetzt. Weil der Wildpark boomt und inzwischen jährlich rund 500 000 Besucher anlockt, soll auch der Eingangsbereich komplett neu gestaltet werden (die PZ berichtete). „Die Infrastruktur ist nicht mitgewachsen“, weiß Schwarz, „der Park lebt nicht nur von glücklichen Tieren, sondern auch von begeisterten Besuchern.“ Der Siegerentwurf sieht mehr Räume für Gastronomie, für Information und Lernen und auch für einen Shop des Vereins vor.

„Das wäre ein Quantensprung für den Wildpark“, sagt Schwarz, der herausstellt, dass im Neubau ein intensiver Bezug zum Park geschaffen werden soll. Etwa durch Tiergeräusche, große Bilder von Pflegern und Tieren und durch ein Klassenzimmer, um Schüler für die Natur zu begeistern. Mit rund zwei Millionen Euro veranschlagen die Planer die Kosten.

Noch wirft die Finanzierung Fragen auf. Doch die Macher des auch von OB Gert Hager protegierten Projekts hegen den Wunsch, 2018 den Eingangsbereich einweihen zu können – pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des Wildparks.

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