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03.01.2010

City on Ice: Auch zum Zuschauen schön

PFORZHEIM. Sie sitzt allein auf der Bande der Eisbahn und sieht wehmütig den jungen Schlittschuhläufern zu, die auf der Eisfläche ihre Runden drehen. „Früher konnte ich das auch sehr gut“, erinnert sich die 71-Jährige. Früher sei sie oft und gerne Schlittschuh gelaufen, „ob auf einem See oder in einer Halle – das war mir egal. Hauptsache, ich hatte Eis unter meinen Kufen“.

Auf dem Eis hat sie auch ihren späteren Ehemann kennengelernt. „Wir waren beide mit unseren Freunden dort“, erzählt sie. Eigentlich habe ihr der schmale junge Mann mit den blonden Haaren überhaupt nicht gefallen. Als sie jedoch bei einer missglückten Bremsaktion mit ihm zusammengestoßen sei, habe er „wahnsinnig freundlich reagiert, da wollte ich ihn unbedingt näher kennenlernen“. Drei Jahre später habe sie ihn schließlich geheiratet.

Die beiden teilten sich die Leidenschaft des Eislaufens bis vor 19 Jahren. „Es war immer etwas ganz Besonderes, wenn wir zu zweit oder mit unseren Kindern eine Eisfläche betreten haben“, sagt die Rentnerin mit einem Lächeln auf den Lippen. Dann jedoch habe sie einen Unfall gehabt, bei dem sie sich das Bein gebrochen habe. Seitdem sei das Schlittschuhlaufen unmöglich gewesen. Als vor sechs Jahren ihr Mann starb, verließ sie ihre Heimatstadt, erzählt sie, und letztendlich habe es sie nach Pforzheim verschlagen.

„Alte Zeiten“

Seit sie die Eisbahn vor drei Jahren zum ersten Mal in Pforzheim gesehen habe, sei sie regelmäßig hierher gekommen. „Es tut gut, sich mit Abstand an alte Zeiten zu erinnern“, sagt sie – und widmet sich wieder den Eisläufern bei „City on Ice“.