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Musikschulleiter Andreas Michel freut sich über die enorme Unterstützung beim SWP-Crowdfunding, die den digitalen Unterricht schon jetzt erheblich verbessert.  Foto: Meyer 

Crowdfunding der Stadtwerke Pforzheim: Neue Wege dank finanzieller Unterstützung

Pforzheim. Das Crowdfunding-Portal der Stadtwerke macht 30 Projekte möglich. Mehr als 86.000 Euro haben insgesamt 1374 Unterstützer hierzu im vergangenen Jahr beigesteuert. Bei zwei der Projektstarter hat sich die PZ jetzt erkundigt, wie die Umsetzung läuft.

Start mit Familienversion

4225 Euro etwa sind für das geplante Stadtspiel des Kulturschaffer-Vereins zusammengekommen. Die rund vier Kilometer lange Route ist mittlerweile abgesteckt, das Konzept steht, verrät eine der Initiatoren Barbara Herb. Nun steige man in die Gestaltung des begleitenden Spielbuchs ein. Bevor das in den Druck geht, soll das Ganze Ende Februar zunächst erprobt werden. Gestartet wird mit einer Version für Familien, „einfach weil die aktuell am meisten leiden“. Dabei lernen die Teilnehmer, die das benötigte Material bei der TouristInformation kostenlos erhalten sollen, die Innenstadt neu kennen. Der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) habe hier seine Unterstützung zugesichert.

Und klar ist schon jetzt: Wer einmal im Galopp über die Rossbrücke gesprungen ist, wird deren Namen wohl nie mehr vergessen. Neben Spaß und Bewegung steht Wissen im Fokus. So muss an anderer Stelle schon genauer hingeschaut werden, um das Rätsel zu lösen. Zunächst ist das Spiel auf die Innenstadt begrenzt, weil hier alle Punkte gut erreichbar sind. Rund zweieinhalb Stunden sind hierfür angesetzt. „Wir finden, die Familien sollen sich ruhig Zeit nehmen und manche Spiele gerne mehrfach spielen“, sagt Herb. Ein enormes Stück vorangebracht hat die Crowdfunding-Aktion auch die Jugendmusikschule mit Unterstützung ihres Fördervereins. Weil sie im Dezember als erste die 1000-Euro-Marke geknackt hatte, stockten die SWP auf 7880 Euro auf. Die Einrichtung digital zu machen, passe perfekt in die von Online-Alternativen geprägte Corona-Pandemie, sagt Leiter Andreas Michel. So habe man den Unterstützungsbetrag rechtzeitig vor dem zweiten Lockdown in ein neues WLAN samt schnellerem Internet investieren können. „Ziel ist es aber nicht, den Präsenzunterricht zu ersetzen“, macht Michel deutlich. Es gehe darum, diesen künftig sinnvoll zu ergänzen.

App in der Testphase

Als der Unterricht im März binnen einer Woche ins Digitale verlagert werden musste, habe man schnell gemerkt, dass bei der Infrastruktur einiges nachzuholen sei, um eine gute Qualität und eine hohe Datensicherheit gewährleisten zu können. Aktuell testet die Einrichtung eine spezielle Musikschul-App, die neue Möglichkeiten eröffnet. Zudem wurden Kanäle auf YouTube und Instagram eingerichtet, die Homepage wird verbessert. Für Webinare sollen Beamer angeschafft werden. Die Zuwendungen bis weit nach Österreich seien „ein sehr positives Zeichen in diesen finanziell schwierigen Zeiten“ gewesen, sagt Michel stolz.

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Anke Baumgärtel

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