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DDR-Museums-Gründer Klaus Knabe gestorben.
DDR-Museums-Gründer Klaus Knabe gestorben © PZ-Archiv
12.02.2012

DDR-Museums-Gründer Klaus Knabe gestorben

Pforzheim. Klaus Knabe, Gründer des DDR-Museums, ist gestorben. Er hinterlässt eine in Deutschland einzigartige historische Sammlung. Wer auch immer in den Jahren seit 1998 seinen Weg an die Hagenschießstraße, genauer gesagt zum ehemaligen Kindergarten der abgezogenen französischen Husaren kam – und das waren über 50 000 Menschen, darunter rund 700 Schulklassen –, der konnte nicht sagen, er habe von nichts gewusst.

Der war auch gefeit vor Geschichtsklitterung und Verklärung der zweiten Diktatur auf deutschem Boden, der ehemaligen DDR. Mehrere tausend Exponate waren hier auf zwei Stockwerken ausgestellt: vom Zaunfragment an der innerdeutschen Grenze über den Ehrendolche der Mitglieder der Staatssicherheit, die Uniform eines Offiziers der Grenztruppen bis zu den hohlen Propaganda-Transparenten der Einheitspartei SED und einer nachgebauten Haftzelle. Zu verdanken war dies alles vor allem einem Mann: Klaus Knabe. Am vergangenen Samstag starb er mit 73 Jahren. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes (2002) und des deutschen Einheitspreises (2006) hinterlässt seine Frau, drei erwachsene Kinder und vier Enkel.

„Er wird als leidenschaftlicher Verfechter von Freiheit und Demokratie in Erinnerung bleiben“, sagt Thomas Knabe, einer der Söhne – nicht nur denjenigen, die Sonntags als einen der Ansprechpartner von vielen und Zeitzeugen im DDR-Museum kennen lernten, wenn er durch die Ausstellungsräume führte, sondern auch bei politischen Organisationen, Bildungseinrichtungen, Politikern, Autoren und Publizisten aus ganz Deutschland. Prominente gaben sich hier die Klinke in die Hand und bescheinigten Knabe, er habe ein einzigartiges Museum aufgebaut.

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