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Brigitte Brändle (DGB), Corinna Schneider (Landesfrauenrat), Susanne Nittel (DGB), Sigrid Wunderlich (IG Metall), Liane Papaioannou (IGB) und Sabine Mann (ver.di) (von links) stoßen auf den Frauentag an. Foto: Frommer
Brigitte Brändle (DGB), Corinna Schneider (Landesfrauenrat), Susanne Nittel (DGB), Sigrid Wunderlich (IG Metall), Liane Papaioannou (IGB) und Sabine Mann (ver.di) (von links) stoßen auf den Frauentag an. Foto: Frommer
12.03.2018

DGB-Feier zum Frauentag erinnert an Erreichtes und benennt Ziele der Zukunft

Pforzheim. Zwei Themen bestimmten das Fest zum Internationalen Frauentag im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach: Edith Trautwein, die erste Stadträtin Pforzheims, und das vor 100 Jahren erstrittene Frauenwahlrecht.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Sigrid Wunderlich, die Vorsitzende der IG Metall Frauen in Pforzheim und im Enzkreis, referierte die Heidelberger Historikerin Corinna Schneider (Landesfrauenrat Baden-Württemberg) zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Sie erinnerte zunächst daran, dass der Internationale Frauentag 1911 maßgeblich zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik 1918 beigetragen hat. Außerdem verwies sie, wie auch Moderatorin Sabine Mann (Ver.di), im Zusammenhang mit dem bevorstehenden „Equal Pay Day“ am 18. März auf nach wie vor bestehende Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen – gerade in kleineren Betrieben.

Auch Bürgermeisterin Sibylle Schüssler führte bei ihrem Grußwort vor den gut 130 versammelten Frauen aus: „Der Internationale Frauentag zeigt uns, dass Gleichstellung nicht von alleine passiert“. Und kämpferisch: „Wer Frauenrechte angreift, greift das Selbstverständnis unserer liberalen Demokratie an“. Ein Seitenhieb ging nach Stuttgart: „Im Bundestag liegt der Frauenanteil bei 31 Prozent, in Baden-Württemberg nur bei 24,5 Prozent“ – selbst in Afghanistan säßen mehr Frauen im Parlament als im Landtag.

Starke Pforzheimerinnen

In der zweiten Präsentation des Abends würdigten Brigitte und Gerhard Brändle, beide DGB, vor allem die regional aktiven Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts: Die Pforzheimer Lehrerin Anna Ganz, geboren 1878, und Edith Trautwein von der SPD (1882-1967), die erste Gemeinderätin der Goldstadt und Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt. An das Ende ihres Vortrags stellte Brändle ein Zitat von Elly Heuss-Knapp, der Gründerin des Müttergenesungswerks und Ehefrau des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss: „So wie das Wahlrecht für Frauen nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von unseren Vorkämpferinnen erstritten wurde, so werden wir weitere Verbesserungen nicht erreichen, indem wir auf die Politik in den Parlamenten warten oder vertrauen.“

Die musikalisch-kabarettistische Unterhaltung des Festabends lag beim Ulmer Frauen-Duo „Münch und Sauer“.