nach oben
Über 200 DRK-Mitglieder waren beim DRK-Tag auf dem Marktplatz aktiv. Am Abend gab es dann rockige Live-Musik.
Über 200 DRK-Mitglieder waren beim DRK-Tag auf dem Marktplatz aktiv. Am Abend gab es dann rockige Live-Musik. © Block
27.09.2010

DRK-Tag: Massenunfall mit Kunstblut und rockiges Ende

PFORZHEIM. Ihr Können in Sachen Katastrophenschutz präsentierten über 200 Rot-Kreuz-Helfer bei einer Großübung auf dem Marktplatz. Anlässlich des dritten DRK-Aktionstages des Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis wurde das Koordinieren der Einsatzkräfte im Ernstfall geprobt. Und am Abend ließ es das DRK auf der Bühne so richtig rocken, unter anderem mit einer speziell für diesen Tag gecasteten Band.

Ein Massenunfall mit vielen Verletzten - das war das Szenario, bei dem sich die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes für einen möglichen Ernstfall rüsteten. „Innerhalb kürzester Zeit müssen 25 Personen verarztet werden“, weiht DRK-Kreisbereitschaftsleiter Wolfgang Haalboom in die Aufgabe ein, die von den alarmierten Bereitschaftsdiensten zu bewältigen ist.

Ein Sanitätswagen nach dem anderen rollt an das Helferlager heran. „Anliefern, sichern, Diagnose stellen und verletzte Person weiterleiten“, beschreibt Haalboom den Ablauf, der in ständiger Koordinierung auch mit den umliegenden Krankenhäusern präzise sein muss. „Selbst das Handeln bei einem hoffnungslosen Fall muss geklärt sein“, macht der Bereitschaftsleiter auf das mögliche Sterben eines Patienten aufmerksam.

„Solche Katastrophen kann man nicht im Sandkasten oder am Schreibtisch trainieren“, hebt der leitende Notarzt Ronald Weiss die Bedeutung der Übung hervor. „Das helfende Miteinander muss einfach flutschen, es darf kein Chaos ausbrechen“, betont Weiss, während Sonja Jäck einem „Patienten“ die Hand hält.

„Die Nähe zum Menschen“, fasziniert die 18-Jährige, die in einem „Helfer vor Ort“-Team aktiv ist. „Verbrühungen bei einem Kleinkind“, so die Diagnose, die Sonja Jäck umgehend zu beruhigenden Worten und Kühlverbänden greifen lässt. „Hier sind Tugenden gefordert, die für unsere Gesellschaft ein höchstes Gut sind“, betont Professor Wolfgang Kramer, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis, im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema „Katastrophenschutz aktuell“.

„Es wäre wünschenswert, wenn sie das erlernte Können nicht anwenden müssten“, unterstützt der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke die Einsatzkräfte. „Wichtig ist, dass alle Helfer gesund vom Einsatz heimkehren“, ergänzt DRK-Landesgeschäftsführer Hans Heinz. „Pflegen sie diese gelebte Kameradschaft“, würdigt der Landtagsabgeordnete Thomas Knapp das Miteinander.

Neben der Versorgung von Verletzten im Katastrophenfall konnten auf dem Marktplatz die Notarzt-, Kranken- und Rettungswagen besichtigt werden. Die DRK-Hunderettungsstaffel informierte über die Suche nach Vermissten und das Team vom Notfallnachsorgedienst über das Unterstützen seelisch betroffener Menschen in akuten Krisensituationen. Im Rathaus konnte Blut gespendet und bei den Mobilen Sozialen Diensten um Hilfe gebeten werden. „Wir wollen nicht nur dem Teddybären, sondern auch unseren Freunden helfen können“, begründen Sina, Jessica und Vivien ihre Freizeitgestaltung beim Jugendrotkreuz, auch Sascha ist dabei: „Ich hatte zu Hause nichts anderes zu tun“, freut sich der Schüler über seine Entscheidung für eine sinnvolle Betätigung.

Extra für den DRK-Aktionstag gab es vorab in Kooperation mit der Musikschule "conTakt Musik-Point" aus Ötisheim ein Band-Casting - und die Siegerband "The Project" durfte live auf dem Marktplatz rocken. Die jungen Musiker - die Sängerin ist erst 17 Jahre alt - hatten ihren Spaß bei ihrem ersten Live-Auftritt. Sie spiegeln das neue Selbstverständnis des Deutschen Roten Kreuzes. Das DRK will sich beim Aktionstag nämlich auch von seiner jungen Seite zeigen, schließlich gibt es hier schon lange eine erprobte Jugendarbeit. Und für den Nachwuchs muss es eben etwas rockiger sein. Danach ließ es die Band "coverXperience" auf der Marktplatz-Bühne krachen.