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„Aha-Effekt“: Die Klasse 3b der Weiherbergschule mit Verena Model und Christine Keller (von rechts) ist im oberen Spiegel nicht zu sehen. Im Hintergrund wartet Klassenlehrerin Anja Eichsteller.  Foto: Moritz 

Damit aus dem toten kein tödlicher Winkel wird

Pforzheim. An der Weiherbergschule hat am Freitag die Aktion „Raus aus dem toten Winkel“ stattgefunden. Mit der Kampagne will die Service-Organisation Ladies‘ Circle auf Gefahren im Straßenverkehr hinweisen und diese für die Kinder erlebbar machen.

Die Drittklässler konnten sich auf dem Steuersitz eines Lastwagens mit eigenen Augen von der eingeschränkten Sicht eines Kraftfahrers überzeugen. Denn bei abgeklebtem Weitspiegel waren die 26 Mitschüler, die im nicht einsehbaren Bereich standen, im Außenspiegel nicht zu erblicken. Ebenso unsichtbar waren Kinder direkt vor der Fahrerkabine. Am stärksten gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer durch abbiegende Lastwagen. Jedes Jahr sterben in Deutschland im Schnitt 28 Radfahrer, weil sie beim Abbiegen übersehen werden. Verena Model, Mitglied des Ladies‘ Circle, gab Tipps, die vor Unfällen mit großen Fahrzeugen schützen sollen. Sie empfahl Abstand zu halten, Blickkontakt mit dem Fahrer herzustellen, den Lastwagen zuerst fahren zu lassen sowie beispielsweise durch Winken auf sich aufmerksam zu machen. Als „super vorbereitet und motiviert“ lobte Model die Drittklässler, die das Thema bereits im Unterricht behandelt hatten.

Anhand von Papp-Lastwagen und Spielfiguren sollen die Kinder nun Freunden die Gefahren erklären. Insgesamt nahmen rund 100 Schüler an der Aktion teil. Tote Winkel können durch zusätzliche Außenspiegel sowie Abbiegeassistenzsysteme, die den Fahrer per Sensor warnen, „entschärft“ werden. An den Fahrzeugen der Technischen Dienstes der Stadt Pforzheim weisen nun zudem Aufkleber auf die Gefahr hin.