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25.12.2008

Damit beim Fest der Freude keiner einsam bleiben muss

PFORZHEIM. Weihnachten ist ein Fest der Gemeinschaft. Wem es an solcher fehlt, der ist nicht verlassen an Heilig Abend. Der kann ins Herrmann-Maas-Haus kommen, um dort zu feiern mit anderen, die ebenfalls nicht allein sein wollen. Mehr als 200 Menschen folgten der Einladung des Diakonischen Werks. Das Motto der Veranstaltung: gemeinsam statt einsam.

Ein Weihnachtsfest, so harmonisch und heimelig und schön, wie man es sich gemeinhin vorstellt – nicht für jeden ist das selbstverständlich. Es mangelt manchen schlichtweg an den nötigen Zutaten dafür: an lieben Menschen, an finanziellen Mitteln, an einem Heim. Drum lädt das „Diakonische Werk“ an Heilig Abend traditionell zu Kaffee, Kuchen, Abendessen – und buntem Unterhaltungsprogramm. Das ist schon seit Jahrzehnten so, doch fand die Veranstaltung in diesem Jahr im Herrmann-Maas-Haus statt – und nicht mehr im Schlossbergzentrum. „Das hatte vor allem logistische und organisatorische Gründe“, so Wolfgang Stoll, Pfarrer und Geschäftsführer der Diakonischen Werks Pforzheim-Stadt.

Trotz Wechsel des Schauplatzes, ideell bleibt alles beim Alten. Stoll: „Es geht darum, nicht allein zu sein, sondern an diesen besonderen Tag mit anderen Menschen zu verbringen.“ Das Diakonische Werk bietet dafür eine Plattform.

Die meisten derer, die am 24. Dezember zwischen 14 und 19 Uhr ins Herrmann-Maas-Haus an der Pestalozzistraße pilgern, die haben nicht allzu viel ihrem Lebensalltag. Heute sitzen mehr als 200 Menschen in drei Räumen an reich gedeckten Tafeln. Unter ihnen sind Langzeitarbeitslose, Obdachlose, Menschen mit Suchtproblemen, Vereinsamte, ältere Menschen, denen die Rente gerade so für das Nötigste reicht, Kinder, die auf keine großen Weihnachtsgeschenke hoffen dürfen. Ein sehr heterogenes Publikum.

Was die Gäste gemeinsam haben, sind schwierige Lebensumstände. Und: der Wunsch, das Weihnachtsfest – gemäß dem Motto – gemeinsam statt einsam zu erleben. Was eine ältere Dame sagt, könnte als Tenor taugen: „Wenn ich zuhause wäre, würde mir die Decke auf den Kopf fallen. Ich weiß nicht, wie ich sonst Weihnachten feiern sollte. Hier mit all den anderen ist es schön.“ Sie kommt seit Jahren, sie freut sich jedes Jahr auf Weihnachten, dem Diakonischen Werk sei Dank. 50 ehrenamtlichen Helfern und Spendengeldern sei Dank – ohne das eine wie das andere wäre die Veranstaltung nicht möglich.

Kaffee, Kuchen, Abendessen – für das leibliche Wohl ist im Heinrich-Maas-Haus gesorgt. Darüber hinaus wird auch dem Auge dem Ohr, der Seele einiges geboten: Die Petersburger Bläser spielen Weihnachtslieder, es wird gesungen, Pfarrer Stoll vergegenwärtigt die Weihnachtsgeschichte, bei einem weihnachtlichen Quizz gibt es etwas zu gewinnen, Puppenspieler Rafael Mürle zeigt etwas Rockiges: Musikparodien von Nina Hagen, Marla Glen, Macy Gray.