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Die Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums Janou Matting (rechts vorne) und Eyleen Schroth (rechts Mitte) erklären den Werkrealschülern aus Singen die Synagoge. Unterstützt werden sie dabei vom Dialogbeauftragten Andrew Hilkowitz.
Die Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums Janou Matting (rechts vorne) und Eyleen Schroth (rechts Mitte) erklären den Werkrealschülern aus Singen die Synagoge. Unterstützt werden sie dabei vom Dialogbeauftragten Andrew Hilkowitz.
11.03.2016

Das Hilda-Gymnasium setzt während der „Woche der Brüderlichkeit“ ein Zeichen für Toleranz

Menora, Weihwasser, Kaaba, Sanskrit – dies sind nur einige der vielen Begriffe, die die Fünft- und Sechstklässler der Werkrealschule aus Singen beim Rundgang durch verschiedene religiöse Orte Pforzheims kennengelernt haben. Die Klassen 9a und 9b des Hilda-Gymnasiums boten den Kindern im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ eine Führung durch die heiligen Stättes. Angefangen in der Synagoge über die Ayasofya Moschee und Herz-Jesu-Kirche bis hin zum Hindu-Tempel – nacheinander wurden die Institutionen der größten Weltreligionen vorgestellt.

Dabei erläuterten die Neuntklässler den Kindern nicht nur die wesentlichen Merkmale der unterschiedlichen Glaubensrichtungen, sondern erklärten auch spezielle Verhaltensregeln und führten wichtige Rituale vor. Neben einer Lobpreisung, die ein muslimischer Schüler aus der ersten Sure des Korans auf Arabisch vorlas, sang unter anderem ein hinduistischer Priester in Sanskrit vor. Nach jeder Station gab es eine kleine Fragerunde, um das zuvor Gelernte zu verinnerlichen. Obwohl den Schülern aus Singen bereits vieles bekannt war, bot diese religiöse und kulturelle Begegnung die Gelegenheit, die Religionen so kennenzulernen, wie es im Schulunterricht nicht möglich wäre.

Die Gymnasiasten vermittelten hierbei nicht nur die jeweiligen Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die „Goldene Regel“.

„Wichtig ist, dass auch die Jüngeren über die verschiedenen Religionen Bescheid wissen und so lernen, Andersgläubige zu akzeptieren. Wir versuchen zu zeigen, dass wir Menschen im Grunde alle gleich sind, und es möglich ist, in einer Gemeinschaft leben zu können“, erklärte Philipp Denninger, der schulische Gruppenleiter, den Hintergrund dieser Führung. Das Hilda-Gymnasium trägt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dieser stellt keinen Preis für bereits geleistete Arbeit dar, sondern verpflichtet die Schüler dazu, sich in Zukunft gegen Rassismus und Gewalt einzusetzen. Jede Schule hat die Möglichkeit, Teil dieser Initiative zu werden. Hierfür müssen Unterschriften gesammelt und ein Aufnahmeantrag gestellt werden.