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07.06.2009

Das Kreuz mit dem Kreuzchen: Pforzheim hat gewählt

PFORZHEIM. „Die Würde des Menschen liegt in der Wahl“, sagte einst Max Frisch. Glaubt man dem Schweizer Schriftsteller, so wurde den Pforzheimern am Superwahlsonntag besonders viel Würde zuteil. Gleich an drei verschiedenen Wahlen durften sie teilnehmen: Europawahl, Gemeinderatswahl, Oberbürgermeisterwahl.

Wer Pforzheimer kurz nach dem dreifachen Abstimmen fragt, der erhält selten Ausführungen über Menschenwürde. Eher erzählen die Menschen von der Quahl der Wahl, schließlich hat eine jede Abstimmung ihre eigenen Regeln:

Bei der OB-Wahl darf ein Kreuzchen gemacht werden – zwischen vier Kandidaten; bei der Europawahl ist ebenfalls nur ein Kreuzchen erlaubt, allerdings darf zwischen 31 Alternativen gewählt werden; bei der Gemeinderatswahl darf man 40 Kreuze verteilen oder gar Zahlen zwischen eins und drei.

Das Kreuz mit dem Kreuzchen - ganz schön kompliziert. Kommen die Pforzheimer da durcheinander? „Nein, das geht schon mit ein wenig Konzentration und Vorbereitung“, lautet der Tenor unter den Befragten. Für die meisten Befragten ist Wählen schon Routine, ganz anders für einen Pforzheimer Erstwähler. Er kündet „von einem tollen Gefühl, endlich einmal mitreden zu dürfen.“

Bei der Frage, welche die bedeutendste Wahl ist, gehen die Meinungen zwischen den Generationen ebenfalls auseinander. OB-Wahl sagen die Älteren, Europawahl sagen die Jüngeren. Die Gemeinderatswahl hingegen wird in Sachen Wichtigkeit nicht ein einziges Mal genannt.

Wo sich alle befragten Pforzheimer einig sind: Wahlgeheimnis bleibt Wahlgeheimnis. Nur drei Befragten – allesamt weiblich – kann eine Tendenz entlockt werden. Eine verrät, für keinen der beiden Favoriten votiert zu haben; eine andere verkündet, sie wolle einen Wechsel an der Spitze der Stadt sehen; und die Dritte erklärt, sie habe einen Kandidaten gewählt, der mit einer roten Partei verbunden sei.